Berichte über unsere Aktivitäten in 2019

Frühere Berichte finden Sie hier: 

Berichte 2016 und 2017  /  Berichte 2018



Botanischer Spaziergang: So kann ich Problempflanzen sicher erkenen, 31. August 2019

Einjähriges Berufkraut Erigeron annuus. Foto Françoise Alsaker
Einjähriges Berufkraut Erigeron annuus. Foto Françoise Alsaker

Bei strahlendem Wetter trafen sich 14 Interessierte an der Busstation Mannenberg in Ittigen. Unter fachkundiger Führung von Françoise Alsaker, Beatrice Senn und Madeleine Aeschimann spazierten wir auf Quartierwegen entlang der Gärten. Rasch wurde klar, dass diese bereits gutes Anschauungsmaterial bieten. An einigen Ecken sahen wir das einjährige Berufkraut.

Unterwegs trafen wir einen Gartenbesitzer beim Zurechtschneiden seiner Kirschlorbeerhecke. Er erklärte uns die Vorzüge der Pflanze: jahreszeitunabhängiger Sichtschutz, pflegeleicht und anspruchslos. Diese kurze Begegnung zeigte mir, wie schwierig es ist, nicht interessierten Personen das Thema Neophyten näher zu bringen. Auch den berüchtigten Sommerflieder bekamen wir zu Gesicht. Sehr ähnlich sieht der harmlose Mönchspfeffer aus. Dieser kann gut als Ersatz für den Sommerflieder gepflanzt werden.

Kurz vor dem Waldrand wächst ein Brombeerstrauch mit leckeren Beeren. Leider stellte sich heraus, dass es sich um die eingeschleppte Armenische Brombeere handelt. Erkennbar ist diese an der weissen Blattunterseite. Das geübte Auge fand am Waldboden unzählige Kirschlorbeerpflanzen. Neben wild deponierten Gartenabfällen sind hauptsächlich die Vögel für die Verbreitung verantwortlich.

Entlang dem Weg zum geplanten Neubau des Wasserreservoirs stehen haushohe Robinien. Vermutlich wurden diese vor Jahren bewusst gesetzt. Mit ihrer Wurzelbrut sind sie in der Lage, Stickstoff aus der Luft zu binden und den Waldboden zu düngen. Dies kann einheimische Pflanzen dauerhaft vertreiben.

Gegen Ende der Exkursion trafen wir auf die Kanadische Goldrute. Man kann beim Anblick verstehen, dass diese attraktive Blume in den Gärten angepflanzt wird. Leider bleibt sie nicht dort.

Ich fuhr nachdenklich nach Hause und entfernte noch am gleichen Tag das Berufkraut aus meinem Garten.

Peter Schüpbach, Stettlen


Wie lassen sich Problempflanzen sinnvoll und wirksam bekämpfen? 28. August 2019

Das schmalblättrige Greiskraut (Senecio inaequidens) besetzt den Autobahnmittelstreifen zwischen Genf und St. Gallen. Hier in Habstetten. Foto Françoise Alsaker
Das schmalblättrige Greiskraut (Senecio inaequidens) besetzt den Autobahnmittelstreifen zwischen Genf und St. Gallen. Hier in Habstetten. Foto Françoise Alsaker

Mit dramatischen Worten hat uns – und das waren gut 100 Personen im Kirchgemeindehaus Bolligen – Beatrice Senn an diesem Vortragsabend vor Augen geführt, was Problempflanzen sind. Damit meinte sie vor allem die Invasiven Neophyten, also Pflanzen, die nach der Entdeckung Amerikas bei uns eingeführt wurden und die sich so wohl fühlen, dass sie sich ungemein vermehren und die heimische Flora verdrängen. Drei Beispiele: der Japanische Knöterich, das Schmalblättrige Greiskraut und das Drüsige Springkraut.

In der Stadt Bern geht’s diesen Fremdlingen mit Freiwilligen, Asylbewerbern und Zivis an den Kragen: eine heillose Sisyphusarbeit, aber steter Tropfen höhlt den Stein. Noch ist nicht alles ausgerottet, aber ich bin mir sicher, die Beauftragte für diese Arbeiten, Rosmarie Kiener, wird das schaffen. Da macht es sich Prof. Heinz Müller-Schärer einfacher. Er schaut sich überall auf der Welt an, wo diese Pflanzen heimisch sind – da sind sie nämlich nicht invasiv –, und sucht und findet genau den Käfer, der nur diese eine Pflanze frisst. Und gleich ist die Ambrosia im Sonnenblumenfeld weggefressen und zwar restlos. Auch hat der Wissenschaftler schreckliche Bilder der Wasserhyazinthe gezeigt, die bei uns eine Rarität ist, an einigen Orten auf der Welt aber ganze Seen zubetoniert. Und auch gegen die gibt’s einen Käfer. Madeleine Aeschimann Hitz aus Ittigen hilft das nicht. Sie muss die Problempflanzen von Hand ausreissen, so wie es uns allen ergeht. Aber weg müssen sie!

Hans Graf, Bolligen

 


Brätliabend in der Hornusserhütte ob Bantigen, 16. August 2019

Grillplausch 2018. Foto Françoise Alsaker
Grillplausch 2018. Foto Françoise Alsaker

Als Neuling habe ich am Brätliabend des Vereins NUBIS teilgenommen. Ich bin von allen Teilnehmenden lieb begrüsst worden. Die Aussicht auf die Alpenkette von der Hornusserhütte aus war einmalig. Dank eines guten Feldstechers aus der Gruppe war es mir möglich, ein Reh auf einer Matte ob Bantigen zu beobachten. Nach einem gemütlichen Apéro war es Zeit, das Grillgut aufzulegen. Ein guter Geist hatte schon früher das Feuer entfacht und dafür gesorgt, dass es ausreichend Glut gab. Nach dem gemeinsamen Znacht mit den vielen interessanten Gesprächen wurde es langsam dunkel. Bei Lichterschein auf der Terrasse folgte dann ein grosses Dessertbuffet. Viele Teilnehmende hatten etwas dazu beigetragen und so konnte herzhaft geschwelgt werden. Einige Besucher hatten einen kleinen Job an diesem Abend, sei es abwaschen, abtrocknen, das Dessertbuffet herrichten oder anderes. Diese Mitarbeit sei herzlich verdankt! Der noch fast volle Mond gab zum Abschluss sein Stelldichein und begleitete die letzten der 18 Besucher auf dem Heimweg.

Angela Jäggi, Bern


Alpenflora-Exkursion ins Gasterental von NUBIS und Naturschutzverein Meikirch, 20. Juli 2019

 Aconitum napellus, Blauer Eisenhut. Foto Françoise Alsaker
Aconitum napellus, Blauer Eisenhut. Foto Françoise Alsaker

Für diese vielversprechende Exkursion hatten sich 14 Personen angemeldet. Nach einer spannenden Fahrt mit dem Gasterental-Bus durch die Schlucht überraschte die weite Ebene des Talbodens mit der sich unkanalisiert schlängelnden Kander. Etwa auf halben Weg zwischen dem Waldhaus und Selden stiegen wir aus und wurden schon erwartet von Martin Sahli aus Kandersteg, der uns viel Interessantes über das Gasterntal erzählte.

Schon nach wenigen Schritten begannen die sehr gut vorbereiteten Exkursionsleiterinnen Françoise Alsaker und Marianne Schenk uns Pflanzen vorzustellen. Als erstes fanden wir Skabiosen-Flockenblumen, eine Berg-Flockenblume und eine Witwenblume, was zur Frage führte, wie sich denn eine Skabiose von einer Witwenblume unterscheidet. Nach einer klärenden Demonstration trafen wir auf Arznei-Baldrian und so ging es munter weiter. Ich persönlich wurde oft von Schmetterlingen abgelenkt, denn wir hatten mit André Röthlisberger einen Schmetterlingsspezialisten in der Gruppe.

Die Familie der Geissblattgewächse wurde uns wunderbar nahegebracht, zu der u.a. die Heckenkirschen gehören, von denen wir die rote, die schwarze und die blaue zu sehen bekamen. Immer wieder entdeckten wir Orchideen: Fuchs‘ Gefleckte Fingerwurz, Mückenhandwurz, Grosses Zweiblatt, Braunrote Stendelwurz und einige verblühte Frauenschuhe. Türkenbundlilien konnten wir ebenfalls bewundern. Staunen erweckte bei uns die Bekanntschaft mit der Echten Goldrute, weil sie ganz anders aussieht als die ungeliebte invasive Kanadische Goldrute.

Vor und nach dem Picknick widmeten wir uns den Waldblumen (Wald-Weidenröschen, Wintergrün und Wald-Bärlapp), den Besiedlern von Felsbrocken (Niedliche Glockenblume und Trauben-Steinbrech), Moorgebieten (Schmalblättriges Wollgras) und den Wiesen mit verschiedenen Disteln und dem Kleinen Klappertopf. Dann überraschte uns die Bachufer-Vegetation mit Birngrün und Moosauge. Und schliesslich fanden wir in einer Schotterhalde noch etliche weitere Arten. Für Aufsehen sorgte in der Gruppe, dass gelegentlich hoch oben ein Steinadler zu beobachten war. Mit einer fröhlichen Busfahrt nach Kandersteg endete dieser sehr bereichernde Tag.

Hanspeter und Anna Rosina Amstutz, Bolligen


Exkursion „Botanische Schätze im Schatten des Bantigers“, 29. und 30. Juni 2019

Die feinen Blüten des grossen Hexenkrauts. Foto Françoise Alsaker
Die feinen Blüten des grossen Hexenkrauts. Foto Françoise Alsaker

Wie unterscheidet man mit einem Blick den Grossblütigen vom Gelben Fingerhut, obwohl beide gelb blühen? Wie das Echte Johanniskraut vom Gefleckten, die beide auch ganz ähnlich sind? Wie kann man eine Brennnessel berühren, ohne dass sie das tut, wonach sie benannt ist und wie sieht eigentlich die winzige Blüte des Hexenkrautes unter der Lupe aus? Solchen und ähnlichen Fragen ging eine Gruppe von Pflanzeninteressierten nach anlässlich einer Exkursion von Hub auf die Klosteralp an der Bantiger-Nordseite. Unter der Leitung der Botanikerin Muriel Bendel wurden solche an sich wenig aufregende Themen zu einem Erlebnis, nicht zuletzt, weil wir alles an Ort und Stelle anschauen konnten und auch einige botanische Leckerbissen zu sehen bekamen wie beispielsweise die stark gefährdete Borstige Glockenblume. 

Auch gingen wir der Lokalgeschichte nach, indem wir erfuhren, dass die Klosteralp deshalb so heisst, da sie bis zur Einführung der Reformation im Besitz des Klosters Thorberg war. Und in den Sandsteinfelsen entlang der Strasse sahen wir rund 200-jährige Pickelspuren, weil damals in Handarbeit der erste, gut passierbare Weg auf die Klosteralp in den Sandstein geschlagen wurde.

Als wir direkt am Weg vor einem Bestand der Zittergras-Segge (berndeutsch: Liesche) standen, erfuhren wir, dass dies früher eine Nutzpflanze war, die mühsam von Hand gerupft und auf dem nahen Thorberg gesponnen und unter anderem zum Stopfen von Matratzenfüllungen verwendet wurde. Wir begriffen, wie stark wir Menschen von den Pflanzen abhängen und welch vielfältige Verbindungen es zwischen Kultur und Natur gibt, denn die Pflanzen begleiten uns Menschen seit Urzeiten, sei es als Nutzpflanze oder als „Unkraut“. 

Kilian Hälg, Riggisberg

 


Für Kinder „Lasst uns zusammen den Bach erforschen!“, 15. Juni 2019

Nasse Füsse erhöhten den Spass. Foto Dorothee Hügli
Nasse Füsse erhöhten den Spass. Foto Dorothee Hügli

Am Samstagvormittag trafen wir uns mit sechs munteren und interessierten Kindern aus Stettlen und Ostermundigen am Lötschenbach. Hier versuchten die Kids, verschiedene Lebewesen aus dem Bach zu fischen. Schon bald waren die Socken nass und die Stiefel voller Wasser, was jedoch dem Spass keinen Abbruch tat, ganz im Gegenteil! In Tellern und Becherlupen konnten die gesammelten Tierchen beobachtet werden: Flohkrebse, Egel, Wasserschnecken, Würmer und zahlreiche Köcherfliegenlarven. Nach einem ausgiebigen Znüni gestalteten die Kinder kleine Kunstwerke mit Malfarben und Materialien aus der Natur. Für Alina Kläsle (7) war das Ganze „megacool“. Sie will an einem Abend wieder hingehen und die Frösche rufen hören. Für NUBIS war es der erste Anlass für Kinder (der 1. bis 4. Klasse). Wir wollten ihre Entdeckerfreude in der Natur und ihren kreativen Sinn auf spielerische Weise fördern.

Dorothee & Paul Hügli und Lily Beer 


Exkursion zum Biodiversitäts-Hotspot „Naturvielfalt Bannholz“, 2. Juni 2019

Ein vielfältiger Krautsaum und zahlreiche Kleinstrukturen schaffen eine hohe Biodiversität. Foto Helmut Baurecker
Ein vielfältiger Krautsaum und zahlreiche Kleinstrukturen schaffen eine hohe Biodiversität. Foto Helmut Baurecker

Es war einmal ein eintöniger Haselstrauchsaum am Bannholz bei Schwarzenburg – doch ganz anders erlebten ihn die 16 Teilnehmenden der Exkursion. Martin Müller aus Lanzenhäusern schilderte die Verwandlung dieses Waldrandes: wie aufgrund seiner Initiative während 5 Jahren zahlreiche Freiwillige einen Lernort für Biodiversität schufen (www.wildbee.ch/aktuell/bannholz). Die Haselbüsche sind verschwunden, die Brombeeren gezähmt, dornige Wildrosen, Schwarzdorn und Co. nehmen nun ihren Platz ein. Dazwischen erstreckt sich ein vielfältiger Krautsaum, dessen beginnende Blütenpracht sich gerade erahnen liess. Asthaufen, Stockmauern und Steinkegel bilden eine gelungene Wohnungsvermittlung für Hermelin, Mauswiesel, Waldigel und Marder.

Ein besonderer Höhepunkt war für mich die Beobachtung der grünen Feld-Sandlaufkäfer. Die Entwicklung und Erhaltung der Vielfalt bedarf weiterhin ständiger Beobachtung und überlegter Pflege. Erfreulich ist, dass sich die erwünschte Vielfalt auch selbstständig auszudehnen vermag.

Nach dem mittäglichen Grillpicknick führte uns die Wanderung zur Bahnstation Lanzenhäusern, vorbei am Biohof Obereichi. Hier bewirtschaften Chrige Stämpfli (stammt aus Bolligen) und Rüedu Schüpbach seit 1990 ihren Hof nach den Richtlinien der Bio Suisse (www.obereichi.ch). Eine Führung brachte uns den Kräuteranbau mit der Trocknungsanlage näher. 

Dieser herrliche Sommersonntag gewährte uns Einblick in die vielfältigen Anstrengungen, welche naturnahe Lebensräume erst ermöglichen. 

Helmut Baurecker, Bolligen


Eröffnung des Flower Walks «Botanische Schätze im Schatten des Bantigers: von Hub zur Klosteralp», 1. Juni 2019

Inspirator und Projektdurchführende auf Schatzsuche. Von links: Muriel Bendel, Françoise Alsaker, Gerhart Wagner, Ulrich Zwahlen. Foto August Flammer
Inspirator und Projektdurchführende auf Schatzsuche. Von links: Muriel Bendel, Françoise Alsaker, Gerhart Wagner, Ulrich Zwahlen. Foto August Flammer

Dieses Projekt konnte mit der Aufschaltung des digitalen Blumenpfads in der App „Flower Walks – Botanische Streifzüge der Schweiz“(www.flowerwalks.ch) anfangs Mai abgeschlossen werden. Dr. Gerhart Wagner, Stettlen, hatte NUBIS vor zwei Jahren auf die botanischen Schätze zwischen Hub und der Klosteralp aufmerksam gemacht.

Am 1. Juni fand die offizielle Eröffnung statt. Neben dem Inspirator waren Vertreterinnen und Vertreter von NUBIS, der Kulturkommission Krauchthal, des Museums Krauchthal und des dortigen Verkehr- und Verschönerungsvereins anwesend. Dr. Muriel Bendel, Co-Entwicklerin der App und für dieses Projekt bis zur Aufschaltung verantwortlich, gab eine Einführung in den Gebrauch der App und nahm die Anwesenden auf die Schatzsuche mit. Auch wenn die Zeit nicht reichte, um den ganzen Streifzug unter die Füsse zu nehmen, wurde den Teilnehmenden klar: Diese Gegend stellt ein echtes botanisches Bijou dar, das auch viele kulturhistorische Schätze zu zeigen hat.

Françoise Alsaker, Ittigen


Begegnung mit dem bedrohten Glögglifrosch, 21. Mai 2019

Glögglifrosch-Männchen mit Eischnüren. Foto Christian Sieber
Glögglifrosch-Männchen mit Eischnüren. Foto Christian Sieber

Ein Glockenkonzert von Kröten? Das wollten 40 Neugierige erleben. Auf den Hofacker, Ferenberg, erzählte Toni Kipfer, wie er im Obholz eine Trockenmauer bauen liess und daneben einen Teich anlegte.

Exkursionsleiter Christian Sieber stellte uns das Tier des Abends mit drei Namen vor. Glögglifrosch:so kennen wir ihn vom feinen „büng bing“, das die Männchen in individueller Tonhöhe an warmen Abenden rufen, um die Weibchen anzulocken. Geburtshelferkröte:weist auf die ausserordentliche Brutfürsorge der Männchen hin. Sie wickeln sich die Eischnüre um ihre Hinterbeine, wo sie geschützt bleiben, bis sich die Jungen entwickelt haben. Dann streift das Männchen die Eier ins Wasser ab, die Kaulquappen schlüpfen und schwimmen davon. Steichrötli:benennt den Aufenthaltsort der Tiere. Sie lieben Hohlräume an warmen Hängen oder Trockenmauern.

Nun zogen wir los und schon bald bezauberten uns im Obholz die ersten Glöggli-Rufe. Christian Sieber fand rasch ein Männchen mit Eischnüren und ein Weibchen, so dass wir die kleinen Amphibien im Glas genau anschauen konnten. Dann ging es zur Population im Buechholzwald weiter, wo die Gemeinde Stettlen ein Feuchtbiotop anlegen liess. Erst der aufkommende Regen mahnte uns zum Aufbruch, so dass wir nach 2 Stunden beschenkt von besonderen Naturerlebnissen heimkehrten.

Martina Tschanz, Bolligen

Hier finden Sie auch einen Youtube-Film von Pro Natura Aargau zum Glögglifrösch


Besuch bei den Singvögeln am Bantiger, 11. Mai 2019

Singende Heckenbraunelle. Foto Thomas Wullschleger
Singende Heckenbraunelle. Foto Thomas Wullschleger

Dunkle Regenwolken zogen rasch über den morgendlichen Himmel, als sich 11 wetterfeste Teilnehmende von der Cholgruebe aus zur Vogelexkursion aufmachten. Darunter auch das NUBIS-Ehrenmitglied Dr. Gerhart Wagner (99). Bei ständig wechselnder Wetterkulisse versuchten wir Geräusche und Vogelstimmen wahrzunehmen. Amsel, Singdrossel, Buchfink, Goldammer und manch andere Art hörten wir eindeutig. Mit etwas Übung gelang uns auch die Wahrnehmung der feinen Unterschiede - dem Wind zum Trotz.

Der Waldrand westlich der Cholgruebe bot uns interessante Beobachtungen. Nebst den verschiedenen Vogelarten zeigten sich auf dem freien Feld zwei Füchse und ein Rehbock mit einem Jungen. Der Flug des Buntspechts und der Ruf des Grünspechts liessen uns aufhorchen. Nach einem Regenschauer schlich Nebel heran, welcher vom auffrischenden Wind weggetrieben wurde. So konnten wir die traumhafte, immer wieder wechselnde Kulisse bestaunen. Die Heckenbraunelle auf einer Tannenspitze erfreute uns mit ihrem Lied. Drei Kolkraben zeigten eine einmalige Flugakrobatik und ein Rot- und Schwarzmilan flogen Parallelflüge.

Der eindrückliche Morgenspaziergang, aufgelockert mit Theorie über die Sinnesorgane der Vögel, endete nach zweieinhalb Stunden. In dieser Zeitspanne konnten wir 22 Arten bestimmen.

Rainer Nowacki, Stettlen


Infostand „IGELfreundliche Gärten“ am Bolliger Frühlingsmärit, 1. Mai 2019

Igel. Foto Willi Joss
Igel. Foto Willi Joss

 Am traditionellen Frühlingsmärit zeigten wir gemeinsam mit der Fachgruppe Natur und Landschaft der Gemeinde Bolligen, was wichtig ist, damit sich der Igel und die Igelin in unseren Gärten zuhause fühlen.

Der Igel gehört zu den Wildtieren, die uns am nächsten kommen. Das sympathische Stacheltier lebt direkt vor unserer Haustür: Sein bevorzugter Lebensraum sind die Gärten und Grünanlagen des Siedlungsgebiets. Doch der gärtnerische Zeitgeist raubt ihm die Bleibe: herausgeputzte Ziergärten, gestutzte Rasenteppiche und exotische Sträucher bilden für ihn eine grüne Wüste. Was dem Igel hilft, sind naturnahe, kleinräumige und nischenreiche Grünflächen mit etwas Toleranz für Wildwuchs, dazu ein gut zugänglicher Komposthaufen. Dann kann sich der Insektenfresser mit Vergnügen über die Nacktschnecken in Ihrem Garten hermachen. 

Zudem sammelten wir Unterschriften für die Biodiversitäts- und die Landschaftsinitiative, gaben Vogelnistkästen ab und informierten zu „Mehr Natur im Siedlungsraum“.


Vortrag „So lassen sich unsere Siedlungen naturnäher gestalten“, 4. April 2019

Einheimische Bäume und Sträucher sind für Vögel und Insekten bevorzugte Lebensräume im Siedlungsraum. Foto BirdLife Schweiz
Einheimische Bäume und Sträucher sind für Vögel und Insekten bevorzugte Lebensräume im Siedlungsraum. Foto BirdLife Schweiz

Ich will ja niemanden an den Pranger stellen, aber es heisst in allzu vielen Pflichtenheften von Siedlungsgärtnern wortwörtlich „Bekämpfen von Unkraut“. Da kommt mir eine Kindheitserinnerung in den Sinn, als ich an der Expo 1964 begeistert in einem Film die Schweizer Armee bewundern durfte, die damals noch mit Flammenwerfern in den Krieg zu ziehen gedachte.

Am gutbesuchten Vortrag von Christa Glauser (BirdLife Schweiz) im Kirchgemeindehaus Bolligen wurde den Anwesenden aufgrund von wunderschönen Bildern rasch klar, wie mit wenig Aufwand und einfachen Mitteln unsere Siedlungen wirksam und massiv naturnäher gestaltet werden können. Vögel, Schmetterlinge, Igel und was da sonst noch kreucht, fleucht und wächst, bekommen wieder eine Chance und es verbessert sich auch unsere eigene Lebensqualität (www.birdlife.ch/de/content/siedlungsraum).

Nur ein einfacher Tipp für Uneingeweihte von mir persönlich: Unkraut stehen lassen, Rest jäten! Wir – die „Naturnahen“ – haben die Ärmel längst hochgekrempelt. Das genügt aber offensichtlich noch überhaupt nicht. Wir müssen unsere Nachbarn und alle um uns herum überzeugen, auch etwas – und sei es in einer ersten Phase auch noch so wenig – zu tun. Aber gehen Sie schonend vor: Die Angesprochenen sollten nämlich nicht merken, dass Sie zu den „rot-grünen Klimadiktatoren“ gehören ...

Peter P. Pfenninger, Bolligen


Hauptversammlung am 21. Februar 2019

30 Mitglieder und ein Gast nahmen an der 3. Hauptversammlung im Restaurant ChäppuTräff in Ittigen teil. Der Jahresbericht des Präsidenten und die Tätigkeitsberichte der fünf Arbeitsgruppen für Vogelschutz, Lebensräume, Heckenpflege, Umwelt & Konsum und Botanik fanden einmütige Zustimmung. Das Tätigkeitsprogramm von März bis August 2019 umfasst 11 Veranstaltungen – eine bunte Mischung von Vorträgen, Spaziergängen, Exkursionen, Kursangeboten, Freiwilligeneinsatz, Infostand und einen Brätelabend. Erstmals findet sich darunter auch ein Anlass für Kinder. Zum ersten Ehrenmitglied wurde Dr. Gerhart Wagner, Stettlen, ernannt „für seine ausserordentlichen Verdienste um die Botanik der Schweiz und insbesondere des Worblentals sowie für seine inspirierende Begleitung des jungen Vereins NUBIS“. Die Ausführungen des 99-jährigen Botanikers zum Thema „Haareis“ fanden eine begeisterte Zuhörerschaft. NUBIS zählte am 31. Dezember 2018 162 Mitglieder: 91 aus Bolligen, 27 aus Ittigen, 28 aus Stettlen und 16 aus anderen Orten.


Naturerlebnisse, eingefangen mit der Kamera, 23. Januar 2019

Der Naturgarten von Hans Peter und Anna Rosina Amstutz in Bolligen. Foto: Hans Peter Amstutz
Der Naturgarten von Hans Peter und Anna Rosina Amstutz in Bolligen. Foto: Hans Peter Amstutz

Die Ausschreibung für den Foto- und Filmabend tönte bescheiden. Dennoch wollte ich als Hobby-Ornithologe und Hobby-Fotograf mal reinschauen. Was wir dann aber zu sehen und zu hören kriegten, war grosses Kino. 

Den Anfang machte Hans Peter Amstutz mit einer spannenden Jahresübersicht von seinem Bolliger Wohnzimmer aus. Unglaublich, welche Vielfalt und welchen Naturreichtum er auf den paar Quadratmetern Naturgarten mit Biotop beobachtet und fotografiert hat! Weiter ging es mit Beobachtungen am Bantiger von Landschaftsgärtner Thomas Wullschleger aus Bantigen. Besonders beeindruckt haben mich die Bilder vom Reh im Weizenfeld, von den Gämsen und vom Dachs, vom Wanderfalken und vom Steinadler. Von einer zweite Rehbeobachtung im Kornfeld berichtete Adrian Schmid. Buchstäblich den Vogel abgeschossen haben die Filmsequenzen von RBS-Chauffeur Manuel Morillas. In den Fahrpausen am Bahnhof Bolligen machte er mit seiner wasserfesten Kamera Unterwasseraufnahmen von der Worble. Nie hätte ich gedacht, was für ein Eldorado die verbaute Worble für Forellen ist. 

Nun wechselte die Vortragsreihe auf internationales Parkett. Hans Peter  Amstutz zeigte eindrückliche Kurzfilme von europäischen Raritäten wie Bienenfresser, Blaumerlen und Grosstrappen in der Gegend zwischen Triest und Neusiedlersee. Adrian Schmid erzählte vom winterlichen Überleben der Seeadler an der norwegischen Küste. Zu guter Letzt bot uns Margreth Stalder mit einem Quäntchen Humor und Spannung mehrere Leckerbissen. Besonders eindrücklich fand ich die Aufnahmen vom Fischfang der Eisvögel im Naturschutzzentrum La Sauge am Neuenburgersee. Ein sehr gelungener Abend. So was dürfte NUBIS in einem Jahr gut wiederholen.

Heinz Ellenberger, Bolligen