Berichte über unsere Aktivitäten in 2022

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Vogelexkursion an das Südostufer des Neuenburgersees, 13. Mai 2022

Drosselrohrsänger. Foto Daniel Glij
Drosselrohrsänger. Foto Daniel Glij

Unter fachkundlicher Leitung von Rainer Nowacki und Ronald Graber starteten wir – ein Dutzend Hobby-Ornitholog*innen – des morgens in La Sauge mit einem vogelkundlichen Spaziergang durch das Fanelgebiet. Begleitet vom Gesang von Nachtigall und Pirol gings der Broye entlang, wo wir freudig der seltenen Grauammer zuschauen und den Biber bei seinem Morgenschwumm beobachten konnten.

Der Spaziergang führte uns an der Kormorankolonie vorbei hinauf zum Gämshoger, von wo wir einen wunderbaren Blick auf die Inselchen und die Schilflandschaft mit ihren Bewohnern geniessen konnten. Der Teichrohrsänger und die Rohrdommel waren in ihrem vollen Element und untermauerten die Picknickpause mit ihrem Gesang. 

Wir bummelten durch den Wald zum Bernerturm, wo wir die Flussseeschwalben ins Fernglasvisier nehmen und bei ihren Flügen begleiten konnten. Uns schien, dass selbst der dicke grosse Wels im Neuenburgersee den Frühlingsmorgen genossen hat. Uns allen war klar: Wären wir Vögel, wir würden uns im Fanel niederlassen!

Zurück am Ausgangspunkt auf dem Rastplatz von La Sauge nahmen wir unser Mittagessen ein. Einige aus der Gruppe verabschiedeten sich, andere spazierten am Nachmittag auf der Freiburger Seite des Broyekanals bis zum Neuenburgersee, bevor es dann wieder nach Hause ging.

Ursula Niederhauser, Bern


NUBIS am Frühlingsmärit in Bolligen, 4. Mai 2022

Das NUBIS-Team: Rainer Nowacki, Robert Etter, Karin Flüeli und Georg Ledergerber. Foto: Pia Rufener.
Das NUBIS-Team: Rainer Nowacki, Robert Etter, Karin Flüeli und Georg Ledergerber. Foto: Pia Rufener.

Auch dieses Jahr präsentierte NUBIS seine Vereinsaktivitäten am Dorfmärit in Bolligen. Das frühlingshafte Wetter lockte viele Besuchende aus der Umgebung ins Dorfzentrum. Eingebettet zwischen den einheimischen Gewächsen der Öko-Gärtnerei Maurer aus Münsingen und der Fachgruppe Natur und Landschaft der Gemeinde Bolligen fand am NUBIS-Stand ein reger Austausch statt. Die Besucherinnen und Besucher erfuhren Wissenswertes zur Förderung der Biodiversität und bekamen die Gelegenheit, sich bei Robert Etter über Wildbienen zu informieren. Zu diesen Themen wurden viele verschiedene Naturbroschüren angeboten. Zudem fanden auch Blumenwiesensamen und ein schmuckes Wildbienenhotel den Weg in die heimischen Gärten. Das Tätigkeitsprogramm des Vereins (siehe Rubrik Agenda) stiess auf grosses Interesse, und erfreulicherweise konnten auch mehrere Neumitglieder gewonnen werden.

Den Frühlingsmärit von der anderen Seite des Stands erleben zu dürfen, war für mich eine spannende Erfahrung. Schön, dass sich so viele Leute aus der Gegend für die Anliegen von NUBIS interessieren und sich dafür engagieren.

Karin Flüeli, Ittigen


Vogelinventar Bolligen – Montage von Dohlen-Nisthilfen in der Hecke am Höchsträss, April 2022

Dohlenkästen. Foto Detlef Stiller
Dohlenkästen. Foto Detlef Stiller

Dohlen sind Höhlenbrüter. Sie brüten natürlicherweise in Baumhöhlen sowie in Nischen an Felsen. Gerne brüten sie auch in Nischen und Spalten an Gebäuden sowie in Nistkästen. Im Rahmen des Vogelinventars Bolligen will NUBIS (Natur und Umwelt Bolligen Ittigen Stettlen) Dohlen gezielt fördern.

1948 wurden in der Gemeinde Bolligen noch 15-20 Brutpaare gezählt. Nun ist die Dohle in der Gemeinde Bolligen seit Längerem als Brutvogel ausgestorben. Als Gastvogel tritt sie jedoch regelmässig auf dem Gemeindegebiet auf. Es handelt sich dabei um Vögel aus den bekannten Kolonien in der Stadt Bern. Die Dohle ernährt sich von tierischen Proteinen, welche sie in Form von Insekten und Regenwürmern im Landwirtschaftsgebiet findet. Zudem frisst sie auch Siedlungsabfälle. Letztere sind jedoch insbesondere für die Aufzucht der Jungvögel ungeeignet. Dies bedeutet aber, dass die Dohlen in der Stadt Bern für die Nahrungsbeschaffung lange Wege zurücklegen müssen, was zu Lasten des Bruterfolgs geht.

Bei den Beobachtungen für das Bolliger Brutvogelinventar konnten regelmässig nahrungssuchende Dohlen im Raum Höchsträss zwischen Flugbrunnen, dem Hühnerbühl und dem Schwandiholz beobachtet werden. NUBIS gelangte deshalb mit der Idee einer Dohlenförderung an den Dohlenspezialisten der Vogelwarte, Christoph Vogel.

Aus Sicht von Christoph Vogel bestehen im Raum Flugbrunnen – Hühnerbühl - Schwandiholz gute Rahmenbedingungen für die Dohlen, da die Landwirtschaftsflächen von Kleinstrukturen wie Streuobstwiesen mit alten Hochstammobstbäumen, Viehweiden aber auch Hecken umgeben sind. Zudem werden noch Kühe und Pferde gehalten. Insbesondere um die Grosstiere finden die Dohlen viele Insekten.

Auf Anfrage war der Landwirt und Besitzer der Hecke am Höchsträss freundlicherweise bereit, an den Bäumen in der Hecke Dohlennisthilfen anzubringen und damit mitzuhelfen, diese zu fördern. Die NUBIS-Mitglieder Lotti Stiller, Urs und Ronald Graber haben insgesamt 6 Dohlennisthilfen in der Hecke montiert. Herzlichen Dank für die wertvolle Unterstützung!

Nun freuen wir uns auf einen baldigen Einzug der Dohlen. Da diese bereits im Herbst das Brutquartier für die folgende Brutsaison auskundschaften, ist erst nächstes Jahr mit einen Bruterfolg zu rechnen.

Lotti Stiller und Ronald Graber, Bolligen


Spannender Filmabend über Vögel aus unserer Umgebung, 23. März 2022

Der Gartenrotschwanz ist einer unserer prächtigsten Singvögel. Er hat aber in den letzten Jahrzehnten im Mittelland viel Terrain eingebüsst. Foto Martin Leuenberger
Der Gartenrotschwanz ist einer unserer prächtigsten Singvögel. Er hat aber in den letzten Jahrzehnten im Mittelland viel Terrain eingebüsst. Foto Martin Leuenberger

Zum Besuch des Filmabends, den NUBIS im Reberhaus Bolligen organisierte, hatte mich besonders der Titel des ersten Films „Vogelwelt im Schosshaldenfriedhof“ animiert. Bern hat ja - anders als von gekrönten Häuptern bewohnte Hauptstädte - keine prächtigen Schlösser und dazugehörige ausgedehnte Parkanlagen. Unsere grössten Grünflächen im Stadtgebiet sind die Friedhöfe. Gerade der Schosshaldenfriedhof mit seinen unterschiedlichen Arealen, von eher schattigen Gehölzpartien bis zu offenen Flächen und zu Pflanzungen voller Blüten lockt immer häufiger Spazierende an. Und nicht nur sie: Es ist unglaublich, welche Vielfalt an Vögeln der geduldige Naturfilmer Kurt Mohler hier vor die Linse bekam. Er filmte sie beim Nestbau, beim Brüten und beim Füttern des hungrigen Nachwuchses, bei Paarspielen, auch beim Streiten und Verteidigen des Nistplatzes. Vogelkenner Martin Leuenberger aus Wasen i.E. kommentierte die Bilder live, erklärte, welche Art wo anzutreffen sei und warum. Oft hörte man das Zwitschern, bevor man den Vogel im Geäst sitzen sah. Es sollen gut 30 zum Teil selten gewordene Vogelarten wie etwa der Gartenrotschwanz zu entdecken sein.

Auch der Film über die Alpen- und Mauersegler, ihre Flugkünste und ganz speziell ihre Nistplätze am Schulhaus und an den Kirchtürmen von Wasen und Sumiswald im Emmental begeisterten. Wer am Filmabend nicht dabei war, kann auf ihn auf der Webseite nvwasen per Webcam direkt den Aktivitäten der Alpensegler in ihrem Nest zuschauen!

Verena Hadorn, Bolligen


«Ruedi, hou Surchrut, Ruedi» - Der erste Grundkurs Ornithologie ist voll im Gang, 13. März 2022

Teilnehmende mit Exkursionsleiter Thomas Wullschleger anlässlich der 3. Exkursion «Waldvögel» am 12. März 2022.
Teilnehmende mit Exkursionsleiter Thomas Wullschleger anlässlich der 3. Exkursion «Waldvögel» am 12. März 2022.

«Ruedi, hou Surchrut, Ruedi». Diesen Spruch hört man auf den Exkursionen des NUBIS-Grundkurses Ornithologie (Vogelkunde) des Öfteren. Es ist nämlich eine Eselsbrücke, die das Lernen des Rufes der Ringeltaube erleichtern soll. Solche Eselsbrücken haben schon manch ein Lächeln in die Gesichter der 24 Teilnehmenden des Grundkurses gezaubert. Eine sehr motivierte Schar im Alter von 10 bis 80 Jahren hat sich zum Ziel gesetzt, die interessante Welt der Vögel besser kennenzulernen. Unter fachkundiger Leitung lernen die Teilnehmenden die 60 bis 70 wichtigsten in der Schweiz vorkommenden Vogelarten, ihre Lebensweise und ihre Habitate kennen. Auf den Exkursionen stehen die Umsetzung des Gelernten, das Naturerlebnis sowie das Entdecken und Beobachten im Vordergrund. Der Kurs dauert ein halbes Jahr bis zum Sommer 2022 und umfasst 7 Theorieabende und 6 Exkursionen in den verschiedenen Habitaten (Lebensräumen). Bereits ist die Hälfte des Kurses absolviert. Das Exkursionsleiterteam, bestehend aus Judith Hüppi, Silvia Scheidegger, Rainer Nowacki und Thomas Wullschleger, macht einen hervorragenden Job. Es ist spannend zu beobachten, wie die neuen «Birderinnen und Birder» laufend Fortschritte machen. 

Text und Bild: Adrian Schmid, Kursleiter, Bolligen


Innovative Landwirte handeln in der Klimakrise, 5. März 2022

In Ferenberg konnten wir mit Christoph Ritz und Michael Kipfer von der Arbeitsgruppe Energie & Umwelt zwei Heizsysteme besichtigen, die innovative Landwirte auch zur Reduktion von Klimagasen installiert haben.

Zuerst besuchten wir eine Anlage mit Holzschnitzeln, die verbrannt werden. Christian Stettler-Streit hatte Verwendung gesucht für Abfallholz von Wald, Hecken und Gärten und deshalb einen Wärmeverbund mit Holzschnitzeln geplant. Seit 2010 ist die Anlage in Betrieb und konnte schon erweitert werden. Sie versorgt über 15 Häuser, darunter das Schulhaus und den Gasthof Alpenblick, mit Wärme und heissem Wasser, günstig und klimaneutral, denn das CO2 bleibt im natürlichen Kreislauf. 

Mit einem feinen Znüni empfing uns dann Biobauer Michael Kipfer: «Pflanzenkohle könnte einen entscheidenden Beitrag leisten, die Klimakrise zu bewältigen!». Davon ist er überzeugt und leistet als Pionier einen grossen Einsatz. Er half bei der Montage und Weiterentwicklung des Prototypen „PyroFarm“ tatkräftig mit. Hier werden Holzschnitzel nicht verbrannt, sondern verkohlt. Damit versorgt der Landwirt nicht nur 4 Wohnungen mit Wärme und Heisswasser, sondern gewinnt zusätzlich einen Mehrwert für seinen Hof durch Pflanzenkohle. Im Stall verstreut, führt die Pflanzenkohle zu besserer Tiergesundheit und erhöht die Fruchtbarkeit der Böden u. a., weil sie Humus aufbaut; zudem bindet sie den flüchtigen Stickstoff in Gülle und Mist. Dazu bietet die Pyrolyse grossen Gewinn fürs Klima: Durch die unvollständige Verbrennung der Holzschnitzel wird nur etwa die Hälfte des CO2 gegenüber konventioneller Holzverbrennung freigesetzt; der restliche Kohlenstoff gelangt direkt in die Erde. So heizt man klimapositiv!

Martina Tschanz, Bolligen

Oben: Christian Stettler-Streit vor seiner Holzschnitzelanlage in Ferenberg. UntenBeim Pyrolyse-Ofen von Michael Kipfer handelt es sich um eine Pilotanlage. Fotos Christoph Ritz. Fotos anklicken zum Vergrössern.

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Pyrolyseofen und Holzwärmeverbund.pdf
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6. Hauptversammlung vom 24. Februar 2022 (schriftlich)

Auch diesmal musste die Hauptversammlung wegen der Corona-Pandemie auf schriftlichem Weg abgehalten werden. Anfang Februar erhielten alle Vereinsmitglieder die Unterlagen und Erläuterungen zu den Traktanden sowie das Abstimmungsformular per E-Mail oder Postversand zugestellt. In der Folge beteiligten sich insgesamt 56 Mitglieder per Mail oder Brief an der Abstimmung. Die Ergebnisse sind im beiliegenden Protokoll festgehalten.

Neu gewählt wurden Martin Staub als Vorstandsmitglied (Kassier), Hans Jaquemet als Rechnungsrevisor und Hermann Christen als Ersatzrevisor. Vizepräsidentin Madeleine Aeschimann Hitz und Kassier August Flammer verliessen den Vorstand. Ihr langjähriges beherztes Engagement sei bestens verdankt.

Protokoll und Jahresbericht finden Sie HIER


3. Naturfoto- & -filmabend: eigene Naturerlebnisse, eingefangen mit der Kamera, 19. Januar 2022

 Mit etwas Glück kann man während den Wintermonaten auch den Mauerläufer in Bolligen beobachten. Foto Adrian Schmid
Mit etwas Glück kann man während den Wintermonaten auch den Mauerläufer in Bolligen beobachten. Foto Adrian Schmid

Roby Etter machte in der Aula des Bolliger Oberstufenzentrums Eisengasse den Auftakt und ließ uns in die faszinierende Welt der Wildbienen eintauchen. Die 600 einheimischen Arten erbringen eine enorm wertvolle Bestäubungsleistung, doch viele von ihnen sind zunehmend unter Druck. Am meisten gefährdet sind im Erdboden nistende Arten. Der Referent weihte die rund 30 Anwesenden in die Gestaltung eines Sandnistplatzes ein und rief dazu auf, vermehrt Wildblumen anzusäen.

Vom beglückenden Gefühl der erfolgreichen Ansiedlung von Mauerseglern unter dem eigenen Dach, berichtete Hanspeter Amstutz. Wie aber wurden die standorttreuen Koloniebrüter auf die vier frisch angebrachten Nistkästen aufmerksam? Mittels Lockrufen einer Klangattrappe, verriet uns der Naturfreund. Viele weitere berührende Naturbilder vom Seeland bis ins Diemtigtal folgten, vom stolzen Fischadler bis zu sich paarenden Libellen.

Heinz Ellenberger nahm uns mit auf eine Reise durch den atemberaubend schönen Naturpark Pfyn-Finges im Wallis. Er zeigte uns Schätze wie die bunten Bienenfresser im Leukerfeld oder den Pfynwald mit einem der artenreichsten Auenschutzgebiete der Schweiz. Verwegen – wir hielten den Atem an, als uns Heinz erzählte, wie er einmal bäuchlings die Kamera oben über die abgebrochene Kante hinaus in den von Murgängen gebeutelten Illgraben hielt. 

Eindrückliche Bilder vom spektakulären Einflug der Bergfinken im letzten Winter brachte Thomas Bachofner mit. Adrian Schmid, Naturfotograf und Feldornithologe, führte kurzweilig durch den Abend. Er wartete zum Schluss noch mit ein paar eigenen Highlights auf. Die faszinierenden Nahaufnahmen von im Flug trinkenden Rauchschwalben und einem an einer Felswand abhebenden Mauerläufer begeisterten restlos. 

2G beim Eintritt, 2G bei der Heimkehr: Ich hab‘s Genossen und etwas Gelernt – Danke NUBIS! 

Sandra Flückiger, Utzigen

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Bericht in der Bantiger Post am 9. Februar 2022
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