Berichte über unsere Aktivitäten in 2018



Brätelabend in der Hornusserhütte Bantigen, 17. August 2018

Es war unser erster Brätelabend bei NUBIS. Wir haben interessante Leute getroffen, gemeinsame Interessen geteilt und nebenbei auch Neues gelernt. Ausserdem haben wir noch gesehen, wie das „Hornussen“ funktioniert. Das war neu und interessant für uns. Es war ein rundum interessanter Abend.

Gerda und Manfred Welte, Ittigen


Vielfältige Alpenflora auf dem Sunnbüel oberhalb von Kandersteg, 11. Juli 2018

Diesen sonnigen Tag hatten sich etliche Gruppen und Einzelpersonen zu einem Ausflug in die Natur ausgesucht. Wir reisten im voll besetzten Zug nach Kandersteg und anschliessend auf den Sunnbüel. Françoise Alsaker von NUBIS, Marianne Schenk vom Naturschutzverein Meikirch und Franziska Ryter, Gemeinderätin in Kandersteg, alle drei Pflanzenfachfrauen, begrüssten unsere 13-köpfige Gruppe.

Das Ziel der Wanderung war, uns die Pflanzenvielfalt im nahen Alpenraum zu zeigen. Franziska Ryter gab uns eine Übersicht zu der ihr vertrauten Umgebung und deren Eigenheiten. Auf dem wenig begangenen Pfad durften wir von den detaillierten Kenntnissen der Pflanzenwelt profitieren, welche die beiden Feldbotanikerinnen Françoise und Marianne in abwechslungsreicher Art an uns weitergaben. Ihre Begeisterung für die Natur und die Details der Blumenwelt schwappte schnell auf uns über. Bald wurde uns bewusst, dass von den beiden viel Zeit zur Vorbereitung der Standortsuche, deren Notation, der Wegplanung usw. investiert wurde.

Zu unser aller Überraschung erwartete uns um die Mittagszeit ein Apéro riche auf der Ladefläche eines „Schilter“. Die offerierten Käse, Wurst, Brot aus der Region und die Getränke mit und ohne ‚Geist’ hatte Marianne mit ihrem Meikirchner-Verein beim Wirt auf dem Sunnbüel in Auftrag gegeben.

Die Begehung der überwiegend steinigen Flächen am Nachmittag barg weitere Pflanzen-preziosen im Geröll, unter einem Fels oder auf dem Weg. Wir sind immer noch überwältigt von der Vielfalt, gewachsen auf unterschiedlichen Böden. Einfach unglaublich. Die Liste der angetroffenen Pflanzen wurde länger und länger, wohl um die hundert notierte Arten.

Vielen Dank für die einmalige und kostbare Gelegenheit, die Pflanzenwelt so genau zu betrachten.

Rainer und Ruth Nowacki, Stettlen

Von links nach rechts: 1)   Kalk-Glocken-Enzian - Gentians clusii , 2) Alpen-Hagrose - Rosa pendulina,  3) Langsporniges Stiefmütterchen - Viola calcarata. Fotos Françoise Alsaker.


Gutenachtbesuch bei den Glühwürmchen, 27. Juni 2018

Bei mystischem Mondenschein trafen sich gegen 40 Naturinteressierte auf dem Berner Bremgartenfriedhof. Zur Einführung klärte uns der Biologe Nik Indermühle von Stadtgrün Bern über die verschiedenen Arten von Leuchtkäfern und ihre Entwicklung auf.

Glühwürmchen sind eigentlich keine Würmchen, sondern Käfer. Von den Leuchtkäfern gibt es in der Schweiz 4 Arten: den Kleinen Leuchtkäfer, den Grossen Leuchtkäfer, den italienischen Leuchtkäfer und den Kurzflügelleuchtkäfer. Auf dem Bremgartenfriedhof werden wir uns auf die Suche nach dem Grossen Leuchtkäfer machen. Die meiste Zeit seines Lebens verbringt der Leuchtkäfer als Larve. Dieses Entwicklungsstadium dauert 2-3 Jahre, dann verpuppt sich die Larve und verbringt etwa zwei Wochen als Puppe, bevor sie zwischen Juni und Juli als Glühkäfer aktiv wird. Das Weibchen kann nicht fliegen, dafür aber glühen. Das Männchen leuchtet nicht, kann aber fliegen und findet so ein „glühendes“ Weibchen zur Paarung. Das Männchen stirbt kurz danach und das Weibchen legt Eier, aus welchen dann nach etwa einem Monat Leuchtkäferlarven schlüpfen.

Nach der spannenden Einführung machten wir uns in der Dunkelheit auf die Suche. Schon bald entdeckten wir die ersten Glühwürmchen. Manchmal etwas versteckt im Gebüsch, zwischen Pflanzen auf Grabstätten oder einfach auf der Wiese fand immer wieder jemand einen hellgrün leuchtenden Punkt: einen weiblichen Grossen Leuchtkäfer – gesamthaft waren es wohl gegen 20 Tierchen. Der nächtliche Rundgang auf dem parkähnlichen Friedhof hat mir viel Freude bereitet. – Wer seine Kenntnisse vertiefen will: www.gluehwuermchen.ch

Madeleine Aeschimann Hitz, Worblaufen

Von links nach rechts: 1)  So leuchtet im Gras der Hinterleib des Weibchens.  2)  Im Licht der Taschenlampe wird der ganze Leuchtkäfer sichtbar.  3) In einer beleuchteten Plastikglasfalle lassen sich zwei männliche Leuchtkäfer beobachten. Fotos Heidi Reist.


Blumenspaziergang für Seniorinnen und Senioren, 19. Juni 2018

Berg-Johanniskraut - Hypericum montanum.  Foto Françoise Alsaker
Berg-Johanniskraut - Hypericum montanum. Foto Françoise Alsaker

In Zusammenarbeit mit dem Verein U100 Generationen-Netzwerk Ittigen führten Françoise Alsaker und Madeleine Aeschimann bei schönstem Wetter eine Gruppe von 10 Personen von der Bushaltestelle Mannenberg zum Mannenbergwald und zurück zur Stockhornstrasse. Entlang der Route befindet sich eine grosse Vielfalt an Wildpflanzen, die man leicht übersieht. Wir konnten beispielsweise drei verschiedene Storchschnabel miteinander vergleichen, Bekanntschaft mit dem grossen Hexenkraut machen und zum Schluss zwei Pflanzen bewundern, die man nicht sehr oft sieht, den Salbeiblättrigen Gamander und das Berg-Johanniskraut.  

Françoise Alsaker, NUBIS, Ittigen

 

 


Besuch auf dem Naturhof Änggist bei Biglen, 16. Juni 2018

Bei wunderschönem Wetter kamen 24 Teilnehmende zum aussichtsreich gelegenen Naturhof, den Daniel und Karin Mosimann-Sutter seit 5 Jahren bewirtschaften. Sie haben ihn von Toni Schüpbach übernommen, der ab 1988 aus einem konventionellen Hof ein wahres Bijou an Biodiversität schuf, dies mit Hilfe zahlreicher freiwilliger Helferinnen und Helfer.

Daniel Mosimann führte uns in einem zweistündigen Rundgang durch sein Paradies. Als erstes kam er auf die Wildbienenhotels zu sprechen und zeigte, dass die Löcher nicht ins Stirnholz, sondern seitlich in die Rinde gebohrt werden sollten. Er erläuterte auch, dass wir mit diesen Hotels zwar vielen Wildbienen Gutes tun, aber zumeist nur den häufigen Arten. Wer im Garten ein sonniges Bort hat, sollte dieses etwas ausjäten, und innert kurzer Zeit wird das Bort von den selteneren bodenbewohnenden Wildbienen bevölkert, die dringend auf solche Biotope angewiesen sind.

Auf Mosimanns Blumenwiesen leben 35 Schmetterlingsarten. Seine Naturoase wird von 95 Vogelarten benutzt, sei es als Nistplatz, Nahrungsquelle oder Ruheplatz auf dem Zug. Hasen setzen hier ihre Jungen, ebenfalls heimisch sind Hermelin, Reh und Fuchs. Zur Schonung der Insekten und Orchideen mäht der Naturschützer seine Wiesen nur mit dem Balkenmäher und kleinere Flächen mit der Sense.

Daniel Mosimann wies auch auf die vielfältigen Wildhecken sowie auf den ausgelichteten Waldsaum hin, wo er mit gefällten Sträuchern und Bäumen Totholzhaufen geschaffen hat. In der grossen Hostet stehen rund 70 Hochstamm-Obstbäume, mehrheitlich alte ProSpecieRara-Sorten.

Auch die jetzigen Besitzer des Naturhofs sind auf helfende Hände angewiesen. Daniel Mosimann dankt allen, die freiwillig bei Pflegeeinsätzen mitmachen. Sein Mail: info@mosimann-gartenbau.ch, Telefon 079 628 46 96.

Heidi Hofstetter, Sekretärin Berner Vogelschutz BVS

Von links nach rechts: 1) Daniel Mosimann vor einem Steinhaufen, in dem Zauneidechsen und Hermeline wohnen. 2) Das Gehöft hängt voller Nisthilfen für Singvögel, Schwalben, Fledermäuse und Wildbienen. 3) Im 350 Quadratmeter grossen Weiher leben unter anderem Glögglifrösche und Erdkröten. Fotos Georg Ledergerber.


Vogelexkursion in Stettlen am 6. Mai 2018

Wo fühlt sich in Stettlen eine Wildbiene am wohlsten? Dieser Frage gingen die 14 Teilnehmenden auf der morgendlichen NUBIS-Vogelexkursion in und um Stettlen nach. Exkursionsleiter Rainer Nowacki führte die Gruppe durch das Siedlungsgebiet von Stettlen und dann ins Schwandiholz. Dabei konnten einige Vogelarten der Siedlung und des Mischwalds beobachtet werden, unter anderem eine brütende Ringeltaube. Im Schwandiholz besuchte die Gruppe den vor einigen Jahren angelegten Amphibienteich mit Wasserfröschen und Bergmolchen.

Anschliessend führte dieser vogelkundliche Spaziergang mit Naturbeobachtungen weiter durch Deisswil und der Worble entlang. Direkt an der Worble liegt der idyllische naturnahe Garten von Peter und Rosa Zahn, welche daneben ein vielfältiges Kleingehölz angelegt haben. Hier konnte die eingangs gestellte Frage beantwortet werden. Die Teilnehmenden waren sich einig: Wären sie Wildbienen, würden sie sich an diesem Ort am wohlsten fühlen.

Ronald Graber, Bern

Links:

Feldscheune mit Nistkasten für Turmfalken, dahinter der Naturgarten von Peter und Rosa Zahn

Amphibienweiher im Schwandiholz

 Fotos Rainer Nowacki


Botanischer Spaziergang mit offenen Augen, am 14. April 2018

Was es nicht alles „vor der Haustüre“ zu entdecken gibt! Bei allerbestem Wetter gingen vier Männer und sieben Frauen unter der Leitung von Françoise Alsaker, Marianne Schenk und Madeleine Aeschimann in Ittigen zum «Blüemele». Ein guter Kilometer Weg ergab bereits ein volles Zweistundenprogramm.

Wir entdeckten nicht nur bisher unbeachtete und gar neue Pflanzen, sondern erfuhren auch vieles über verblüffende Arten und Weisen, wie Pflanzen ihre Bestäuber anlocken, wie sie den Zugang zum Nektar kostbar machen und wie leicht sich auch einige Insekten irreführen lassen. Zudem lernten wir mehrere „schwierige“ Pflanzen – vor der Blütezeit ⎯ nur über ihre speziellen Blätter erkennen. Ein weiteres Thema war die Gefahr der Verwechslung von giftigen und geniessbaren Pflanzen. Schliesslich wurde unser Blick auch auf problematische Pflanzen gelenkt, nämlich auf sog. invasive Neophyten.

Und immer mehr wurde aus dem Lehrpfad eine rege Diskussion, und das zum guten Schluss bei einem köstlichen Quark-Dipp mit Bärlauch und Geissfuss (Giersch).

Silvia Flammer, Bolligen.

Von links nach rechts: Beobachten von Hungerblümchen (Foto Georg Ledergerber), Frühlings-Hungerblümchen und Hohlknolliger Lerchensporn (Fotos Françoise Alsaker)


NUBIS präsentierte sich in Stettlen 2. März-2. April 2018

Vom 2. März bis zum Ostermontag stellte sich NUBIS im Schaufenster des Lebensmittelladens „Maxi – Chäs Vreni“ an der Bernstrasse 57 in Stettlen dem Publikum vor. Mit attraktiven Bildern zeigten wir unsere breite Palette an Tätigkeiten und Veranstaltungen. Blickfang war eine Wasseramsel und ihr kunstvoll gebautes Nest. Sie ist der einzige Singvogel, der seine Nahrung tauchend finden kann. Der faszinierende „Vereinsvogel“ von NUBIS ist entlang der Worble heimisch. Wir danken Elsbeth Julier für die Möglichkeit zur kostenlosen Präsentation. 


Einführungskurs in Vogelkunde am 24. März 2018

Welche Vögel brüten in unseren Gärten und rund ums Haus? Diese Frage wurde an einem von NUBIS in Bantigen durchgeführten dreistündigen Kurzkurs zur „Stunde der Gartenvögel“ beantwortet. Die „Stunde der Gartenvögel“  ist eine Gemeinschaftsaktion von BirdLife Schweiz und Coop Bau+Hobby. Dabei wird die Bevölkerung dazu aufgerufen, während einer Stunde die Vögel im Garten oder in einem Park zu zählen.

Die Vogelkenner und NUBIS-Vorstandsmitglieder Thomas Wullschleger, Rainer Nowacki und Ronald Graber präsentierten den 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die typischen Gartenvögel. Ein Schwerpunkt wurde auf die visuellen und akustischen Unterscheidungsmerkmale gelegt. Daneben wurde auch auf das Zugverhalten, die Ernährung sowie das Brutverhalten eingegangen. Ein wichtiges Anliegen war zudem die Wissensvermittlung zur Förderung der Artenvielfalt im Garten. Die Gartenvögel können mit dem Anpflanzen einheimischer Strauch- und Pflanzenarten gefördert werden. Wertvoll sind abwechslungsreiche Kleinstrukturen wie etwa Totholz oder Steinhaufen.

Der praktische Teil erfolgte im Anschluss an Kaffee und Kuchen. Nun galt es, die erworbenen theoretischen Kenntnisse in der Praxis anzuwenden. Dank dem schönen Wetter liessen sich auch schon bereits eingetroffene Zugvogelarten gut beobachten. Einige stimmten bereits den Reviergesang an. Insgesamt wurden 24 Vogelarten beobachtet. Darunter der gerade aus dem Winterquartier zurückgekehrte Hausrotschwanz sowie ein Buntspecht.

 Ronald Graber, Bern

Von links nach rechts: Bachstelze,  Beobachtungsstunde, Kleiber. Fotos Françoise Alsaker


Hauptversammlung am 22. Februar 2018

28 Mitglieder und 3 Gäste nahmen an der 2. Hauptversammlung im Reformierten Kirchgemeindehaus Bolligen teil. Der Jahresbericht des Präsidenten und die Tätigkeitsberichte der fünf Arbeitsgruppen für Vogelschutz, Lebensräume, Heckenpflege, Umwelt & Konsum und Botanik fanden einmütige Zustimmung. Das Tätigkeitsprogramm von Januar bis August 2018 umfasst 10 Veranstaltungen – eine bunte Mischung von Vorträgen, Spaziergängen, Exkursionen und Kursangeboten sowie einen gemütlichen Brätelabend. Mit der Wahl von August Flammer, Bolligen, als Kassier ist der achtköpfige Vorstand wieder vollständig. NUBIS zählte am 31. Dezember 2017 insgesamt 137 Mitglieder: 77 aus Bolligen, 24 aus Ittigen, 21 aus Stettlen und 15 aus anderen Orten.

 

Rechts: Genussvolles Brot in Form einer Wasseramsel, gebacken von Ruth Nowacki. Dieser tauchende Singvogel ist an der Worble heimisch und ziert das Vereinssignet von NUBIS.

Foto Lotti Stiller