Berichte über unsere Aktivitäten in 2019

Frühere Berichte finden Sie hier: 

Berichte 2016 und 2017  /  Berichte 2018




Besuch bei den Singvögeln am Bantiger, 11. Mai 2019

Singende Heckenbraunelle. Foto Thomas Wullschleger
Singende Heckenbraunelle. Foto Thomas Wullschleger

Dunkle Regenwolken zogen rasch über den morgendlichen Himmel, als sich 11 wetterfeste Teilnehmende von der Cholgruebe aus zur Vogelexkursion aufmachten. Darunter auch das NUBIS-Ehrenmitglied Dr. Gerhart Wagner (99). Bei ständig wechselnder Wetterkulisse versuchten wir Geräusche und Vogelstimmen wahrzunehmen. Amsel, Singdrossel, Buchfink, Goldammer und manch andere Art hörten wir eindeutig. Mit etwas Übung gelang uns auch die Wahrnehmung der feinen Unterschiede - dem Wind zum Trotz.

Der Waldrand westlich der Cholgruebe bot uns interessante Beobachtungen. Nebst den verschiedenen Vogelarten zeigten sich auf dem freien Feld zwei Füchse und ein Rehbock mit einem Jungen. Der Flug des Buntspechts und der Ruf des Grünspechts liessen uns aufhorchen. Nach einem Regenschauer schlich Nebel heran, welcher vom auffrischenden Wind weggetrieben wurde. So konnten wir die traumhafte, immer wieder wechselnde Kulisse bestaunen. Die Heckenbraunelle auf einer Tannenspitze erfreute uns mit ihrem Lied. Drei Kolkraben zeigten eine einmalige Flugakrobatik und ein Rot- und Schwarzmilan flogen Parallelflüge.

Der eindrückliche Morgenspaziergang, aufgelockert mit Theorie über die Sinnesorgane der Vögel, endete nach zweieinhalb Stunden. In dieser Zeitspanne konnten wir 22 Arten bestimmen.

Rainer Nowacki, Stettlen


Infostand „IGELfreundliche Gärten“ am Bolliger Frühlingsmärit, 1. Mai 2019

Igel. Foto Willi Joss
Igel. Foto Willi Joss

 Am traditionellen Frühlingsmärit zeigten wir gemeinsam mit der Fachgruppe Natur und Landschaft der Gemeinde Bolligen, was wichtig ist, damit sich der Igel und die Igelin in unseren Gärten zuhause fühlen.

Der Igel gehört zu den Wildtieren, die uns am nächsten kommen. Das sympathische Stacheltier lebt direkt vor unserer Haustür: Sein bevorzugter Lebensraum sind die Gärten und Grünanlagen des Siedlungsgebiets. Doch der gärtnerische Zeitgeist raubt ihm die Bleibe: herausgeputzte Ziergärten, gestutzte Rasenteppiche und exotische Sträucher bilden für ihn eine grüne Wüste. Was dem Igel hilft, sind naturnahe, kleinräumige und nischenreiche Grünflächen mit etwas Toleranz für Wildwuchs, dazu ein gut zugänglicher Komposthaufen. Dann kann sich der Insektenfresser mit Vergnügen über die Nacktschnecken in Ihrem Garten hermachen. 

Zudem sammelten wir Unterschriften für die Biodiversitäts- und die Landschaftsinitiative, gaben Vogelnistkästen ab und informierten zu „Mehr Natur im Siedlungsraum“.


Vortrag „So lassen sich unsere Siedlungen naturnäher gestalten“, 4. April 2019

Einheimische Bäume und Sträucher sind für Vögel und Insekten bevorzugte Lebensräume im Siedlungsraum. Foto BirdLife Schweiz
Einheimische Bäume und Sträucher sind für Vögel und Insekten bevorzugte Lebensräume im Siedlungsraum. Foto BirdLife Schweiz

Ich will ja niemanden an den Pranger stellen, aber es heisst in allzu vielen Pflichtenheften von Siedlungsgärtnern wortwörtlich „Bekämpfen von Unkraut“. Da kommt mir eine Kindheitserinnerung in den Sinn, als ich an der Expo 1964 begeistert in einem Film die Schweizer Armee bewundern durfte, die damals noch mit Flammenwerfern in den Krieg zu ziehen gedachte.

Am gutbesuchten Vortrag von Christa Glauser (BirdLife Schweiz) im Kirchgemeindehaus Bolligen wurde den Anwesenden aufgrund von wunderschönen Bildern rasch klar, wie mit wenig Aufwand und einfachen Mitteln unsere Siedlungen wirksam und massiv naturnäher gestaltet werden können. Vögel, Schmetterlinge, Igel und was da sonst noch kreucht, fleucht und wächst, bekommen wieder eine Chance und es verbessert sich auch unsere eigene Lebensqualität (www.birdlife.ch/de/content/siedlungsraum).

Nur ein einfacher Tipp für Uneingeweihte von mir persönlich: Unkraut stehen lassen, Rest jäten! Wir – die „Naturnahen“ – haben die Ärmel längst hochgekrempelt. Das genügt aber offensichtlich noch überhaupt nicht. Wir müssen unsere Nachbarn und alle um uns herum überzeugen, auch etwas – und sei es in einer ersten Phase auch noch so wenig – zu tun. Aber gehen Sie schonend vor: Die Angesprochenen sollten nämlich nicht merken, dass Sie zu den „rot-grünen Klimadiktatoren“ gehören ...

Peter P. Pfenninger, Bolligen


Hauptversammlung am 21. Februar 2019

30 Mitglieder und ein Gast nahmen an der 3. Hauptversammlung im Restaurant ChäppuTräff in Ittigen teil. Der Jahresbericht des Präsidenten und die Tätigkeitsberichte der fünf Arbeitsgruppen für Vogelschutz, Lebensräume, Heckenpflege, Umwelt & Konsum und Botanik fanden einmütige Zustimmung. Das Tätigkeitsprogramm von März bis August 2019 umfasst 11 Veranstaltungen – eine bunte Mischung von Vorträgen, Spaziergängen, Exkursionen, Kursangeboten, Freiwilligeneinsatz, Infostand und einen Brätelabend. Erstmals findet sich darunter auch ein Anlass für Kinder. Zum ersten Ehrenmitglied wurde Dr. Gerhart Wagner, Stettlen, ernannt „für seine ausserordentlichen Verdienste um die Botanik der Schweiz und insbesondere des Worblentals sowie für seine inspirierende Begleitung des jungen Vereins NUBIS“. Die Ausführungen des 99-jährigen Botanikers zum Thema „Haareis“ fanden eine begeisterte Zuhörerschaft. NUBIS zählte am 31. Dezember 2018 162 Mitglieder: 91 aus Bolligen, 27 aus Ittigen, 28 aus Stettlen und 16 aus anderen Orten.


Naturerlebnisse, eingefangen mit der Kamera, 23. Januar 2019

Der Naturgarten von Hans Peter und Anna Rosina Amstutz in Bolligen. Foto: Hans Peter Amstutz
Der Naturgarten von Hans Peter und Anna Rosina Amstutz in Bolligen. Foto: Hans Peter Amstutz

Die Ausschreibung für den Foto- und Filmabend tönte bescheiden. Dennoch wollte ich als Hobby-Ornithologe und Hobby-Fotograf mal reinschauen. Was wir dann aber zu sehen und zu hören kriegten, war grosses Kino. 

Den Anfang machte Hans Peter Amstutz mit einer spannenden Jahresübersicht von seinem Bolliger Wohnzimmer aus. Unglaublich, welche Vielfalt und welchen Naturreichtum er auf den paar Quadratmetern Naturgarten mit Biotop beobachtet und fotografiert hat! Weiter ging es mit Beobachtungen am Bantiger von Landschaftsgärtner Thomas Wullschleger aus Bantigen. Besonders beeindruckt haben mich die Bilder vom Reh im Weizenfeld, von den Gämsen und vom Dachs, vom Wanderfalken und vom Steinadler. Von einer zweite Rehbeobachtung im Kornfeld berichtete Adrian Schmid. Buchstäblich den Vogel abgeschossen haben die Filmsequenzen von RBS-Chauffeur Manuel Morillas. In den Fahrpausen am Bahnhof Bolligen machte er mit seiner wasserfesten Kamera Unterwasseraufnahmen von der Worble. Nie hätte ich gedacht, was für ein Eldorado die verbaute Worble für Forellen ist. 

Nun wechselte die Vortragsreihe auf internationales Parkett. Hans Peter  Amstutz zeigte eindrückliche Kurzfilme von europäischen Raritäten wie Bienenfresser, Blaumerlen und Grosstrappen in der Gegend zwischen Triest und Neusiedlersee. Adrian Schmid erzählte vom winterlichen Überleben der Seeadler an der norwegischen Küste. Zu guter Letzt bot uns Margreth Stalder mit einem Quäntchen Humor und Spannung mehrere Leckerbissen. Besonders eindrücklich fand ich die Aufnahmen vom Fischfang der Eisvögel im Naturschutzzentrum La Sauge am Neuenburgersee. Ein sehr gelungener Abend. So was dürfte NUBIS in einem Jahr gut wiederholen.

Heinz Ellenberger, Bolligen