Berichte über unsere Aktivitäten in 2020-2021

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Zugvogelexkursion auf dem Egghübeli, 17. September 2021

Schwarzstorch. Foto Detlef Stiller
Schwarzstorch. Foto Detlef Stiller

Das Team der Kartierenden für das Vogelinventar Bolligen trifft sich bei guter Witterung am 17. September 2021 am Vormittag auf dem Egghübeli bei Ferenberg, um gemeinsam den Vogelzug zu beobachten. Interessierte Personen sind herzlich eingeladen, den Vogelzug mitzuerleben.

 

 

EIN BERICHT KOMMT IN KÜRZE 

 

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Zwei Wohlfühloasen für Sandbienen, 8. und 9. September 2021

Das Wohnquartier für Sandbienen ist bezugsbereit.
Das Wohnquartier für Sandbienen ist bezugsbereit.

Bei der Mithilfe am Pflegeeinsatz vom 17. Oktober 2020 im Landschaftsaufwertungsprojekt Buechacher kam mir die Idee, dem NUBIS-Vorstand den Bau von Sandarien für Sandbienen vorzuschlagen. Auch half ich mit, dazu einen Projektbeschrieb auszuarbeiten. 

In Absprache mit Projektleiter Thomas Wullschleger realisierten am 8./9.September 2021 fünf NUBIS-Mitglieder an den beiden zuvor bestimmten und markierten Orten zwei Sandarien für Sandbienen. Dazu musste das zuvor bestellte Material in Form von Rollgrien (Rollkies), Flusssteinen und ungewaschenem Schlemmsand vom rund 500 m entfernten Depot mit der Karrette zu den Baustellen gebracht werden. Zuerst hoben wir an den beiden geneigten Plätzen je ein Quadratmeter grosses Loch aus. Dann statteten wir es vorne mit einem 40 cm hohen, aus Flusssteinen gebauten Wall aus. Danach bedeckten wir den Boden mit 10 cm Rollgrien und füllten das Loch mit Schlemmsand auf. Zuletzt deckten wir die Sandarien mit dornenbewachsenem Totholz ab, damit nicht Katzen oder andere Vierbeiner den Platz als Toilette nutzen können.

Allen Beteiligten möchte ich herzlich danken, dass mir bei Planung und Bau so viel Entgegenkommen geschenkt wurde. So können wir nun den Sandbienen im Buechacher zwei Wohlfühloasen anbieten.

Text und Bild: Robert Etter, Ittigen

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Projektbeschrieb Nisthilfen (Sandarien)
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Naturfilm über das BirdLife-Naturzentrum La Sauge, 1. September 2021

Zwergtaucher beim Brüten Foto Margret Stalder
Zwergtaucher beim Brüten Foto Margret Stalder

Während einer vollen Stunde konnten die rund 80 Gäste der beiden Filmvorführungen farbenprächtige Eisvögel, rastende Durchzügler und eine faszinierende Pflanzenwelt bewundern. Vom Spriessen der ersten Blumen bis zur farbigen Herbststimmung fing die ehemalige Bolligerin Margreth Stalder aussergewöhnliche Begegnungen mit Wildtieren ein, etwa das wasserbetonte Leben der Zwergtaucher- und Biberfamilie oder die Paarung von Ringelnattern. Beeindruckend, was der Naturfilmerin mit ihrer stoischen Geduld alles begegnet ist – dank einem kleinen intakten Schutzgebiet, das Störungen durch den Menschen wo immer möglich verhindert und die Natur Natur sein lässt.

Dass Margreth Stalder ein ausgesprochener Bildermensch ist, zeigen ihre Eröffnungen der einzelnen Filmteile: Sie blendet ihre selbstgemalten Landschaftsaquarelle stimmungsvoll in Landschaftsfotos über. Eindrücklich, wie sich ihre filmische Sprache und Beobachtungsgabe seit ihrer ersten Filmpräsentation vor 15 Jahren entwickelt hat.

Der Film dürfte manche Zuschauer angeregt haben, selber einmal das Naturzentrum La Sauge von BirdLife Schweiz am Neuenburgersee mit seinem Naturpfad, den Beobachtungshütten und den lehrreichen Ausstellungen zu besuchen. Alle Angaben dazu finden sich auf der Website des Birdlifezentrums. Ein Dank gebührt der Fachgruppe Natur und Landschaft der Gemeinde Bolligen für die gemeinsame Durchführung der Filmpräsentationen.

Georg Ledergerber, Bolligen


Mitmachaktion: "So ein Baum!" April bis August 2021

Birnbaum an der Stampachgasse in Bolligen. Foto Françoise Alsaker
Birnbaum an der Stampachgasse in Bolligen. Foto Françoise Alsaker

NUBIS hatte während den Monaten mit weniger gemeinsamen Vereinsaktivitäten einige kreative Herausforderungen für die Mitglieder bereitgestellt. Eine davon hiess: "So ein Baum".

 

Es ging darum, dass man hin und wieder einen Baum sieht, den man ganz besonders findet oder dass man seit Jahren einen Lieblingsbaum hat, den man immer wieder aufsucht.

 

Insgesamt 13 Personen nahmen an der Aktion teil, einige mit mehreren Beiträgen. Daraus entstand eine Fotogalerie, welche einen kleinen Einblick in die grosse Vielfalt der Baumwelt gibt. Diese können Sie HIER anschauen. Viel Spass!

Françoise Alsaker, Ittigen


Bau einer Trockenmauer – NUBIS und der Ortsverein Eyfeld Ittigen bauen mit,  28. August 2021

Die Gemeinde Ittigen legt gegenwärtig auf dem alten Bahntrasse des «Blauen Bähnli», an der Wegverbindung Untereyfeld – Hinterer Schermen auf insgesamt 150 Laufmetern Trockenmauern an. Die Arbeiten werden in mehreren Etappen unter Anleitung von erfahrenen Trockenmauerspezialisten und der freiwilligen Mitarbeit unterschiedlicher Gruppen wie beispielsweise Mitarbeitende der Gemeinde Ittigen, Schulklassen, Firmen, Quartiervereine, Naturschutzvereine etc. ausgeführt. Unterstützt werden die Bauarbeiten durch die Farb AG, Köniz (Fachstelle für Arbeitsintegration Region Bern). 

 

Eine Gruppe von Freiwilligen von NUBIS (Natur und Umwelt Bolligen, Ittigen, Stettlen) und des Ortsvereins Eyfeld Ittigen, hat am Bau der zweiten Etappe der Trockenmauer mitgeholfen. Nach einer Begrüssung durch Martin Pauli, Leiter Bereich Umwelt der Gemeinde Ittigen, weihen uns die Trockenmauerspezialisten Moussia von Wattenwyl und Thomas Murkowsky in die Kunst des Trockenmauerbaus ein. Die Experten machen uns darauf aufmerksam, dass exaktes und stabiles Bauen oberste Priorität hat, denn die Mauer wird ohne Mörtel gebaut. 

 

Aufgeteilt in kleine Gruppen fahren wir unter der Anleitung der Mauerbauspezialisten mit den Arbeiten fort, die einige Tage zuvor durch eine Schulklasse ausgeführt wurden. Unsere Aufgabe ist es in erster Linie, den obersten Teil der Mauer zu bauen und insbesondere die Deckplatten zu legen. Es stellt sich heraus, dass Trockenmauerbau körperlich anstrengend und nicht so einfach ist, wie es auf den ersten Blick den Anschein macht, denn es gilt das Motto: Wackeln verboten! Falls die Steine wackeln, müssen sie ausgetauscht, mit Hammer und Meissel bearbeitet oder mit kleineren Steinen verkeilt werden, bis sie absolut festsitzen. Trockenmauerbau erfordert viel Geduld! 

 

Marco Rupp, Gemeindepräsident von Ittigen, bedankt sich am Ende des Arbeitstags bei den Beteiligten für den freiwilligen Einsatz. Alle Teilnehmenden haben das Gefühl, etwas Sinnvolles getan zu haben. Wir haben die Zusammenarbeit mit dem Quartierverein Eyfeld in Ittigen als schönes Beispiel der Zusammenarbeit verschiedener Gruppen empfunden. Wir wünschen uns, dass in Zukunft weitere Kommunen dem guten Beispiel der Gemeinde Ittigen folgen, denn Trockenmauern sind wertvolle Strukturelemente, insbesondere auch in Privatgärten.

Arbeitsgruppe Lebensräume: Lotti Stiller, Ronald Graber

Fotos: Detlef Stiller

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Bauinfo Trockensteinmauern_Gemeinde Ittigen 2021
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5 Jahre NUBIS: Brätliabend in der Hornusserhütte ob Bantigen, 20. August 2021

Foto Georg Ledergerber
Foto Georg Ledergerber

Zur gebührenden Feier des 5-Jahr-Jubiläums ist das alljährliche gesellige Brätlen in der Hornusserhütte ob Bantigen angesagt. Wie bestellt ist es ein schöner, warmer Sommerabend mit prächtiger Sicht über das idyllische Bantigen auf die Berner Alpen. Gleich beim Eintreffen werden wir von der netten Fotografin der Bantiger Post abgelichtet (siehe PDF der „Leute-Seite“). Es sind schon viele bekannte Gesichter da, aber auch einige Neue, es hat sogar ein paar Schnuppergäste. Beim Apéro unterhält man sich ausgelassen über das letzte Jahr und die schöne Aussicht, und schon bald hält Präsident Georg eine Jubiläums-Ansprache mit einem interessanten Rückblick auf Entwicklung und Aktivitäten von NUBIS seit seiner Gründung. Erstaunlich und bewundernswert, was da alles schon ermöglicht wurde. 

Daraufhin verarbeitet Grillmeister Thomas tischweise souverän verschiedenartigstes Grillgut und kann schlussendlich verdienstvoll selber auch seine Bratwurst geniessen. Die Zeit vergeht wie im Fluge und so wird schon bald das Dessertbuffet eröffnet, welches wie auch Apéro, Getränke, Brot und Züpfe von NUBIS gesponsert wird - unter Mithilfe von kulinarisch bewanderten Vereinsmitgliedern. Mit vollen Bäuchen und vielen Eindrücken verlassen wir den schönen Anlass und freuen uns bereits aufs nächste Mal.

Andrea Furch und Christian Wyniger, Bolligen

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5 Jahre NUBIS BantigerPost 2021-08-24
5 Jahre NUBIS BantigerPost 2021-08-24.pd
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Farne, Schachtelhalme und andere Waldpflanzen, 17. Juli 2021

Der Eichenfarn (Gymnocarpium dryopteris). Foto Françoise Alsaker
Der Eichenfarn (Gymnocarpium dryopteris). Foto Françoise Alsaker

 13 Naturinteressierte von NUBIS und dem Naturschutzverein Meikirch fanden sich in Grächwil bei Meikirch ein, um auf einer Exkursion unter fachkundiger Leitung mehr über Farne, Schachtelhalme, aber auch über Wald-Blütenpflanzen zu erfahren. So viel Wissenswertes gab es zu sehen und zu hören, dass ich nachfolgend nur auf ein paar Highlights eingehen kann:

· Viele Farne und Schachtelhalme führen ein wahrliches Schattendasein in dunklen Wäldern und Feuchtgebieten; doch Ausnahmen gibt‘s. 

· Farne gibt es weltweit ca. 12'000 Arten, in Mitteleuropa ca. 100; Schachtelhalme weltweit ca.15 Arten; 9 davon kommen in der Schweiz vor. Es sind urtümliche Gefässpflanzen. Die ältesten Fossile stammen aus dem Devon, also vor ca. 400 Mio. Jahren.

· Farne und Schachtelhalme sind Sporenpflanzen. Bei den Farnen entstehen aus den Sporen winzige Vorblätter (Prothallien), aus denen schlussendlich neue Farnblätter wachsen. Solche Vorblätter sahen wir in grossen Mengen am Wegrand. Eine eher seltene Gelegenheit!

· Der Sumpf-Schachtelhalm lässt sich vom Acker-Schachtelhalm anhand des Grössenverhältnisses von Blattscheide zum ersten Ästchen-Glied unterscheiden.

· Schlamm-Schachtelhalme haben weiche, hohle Stängel.

· Farne und Schachtelhalme bilden zum Teil unterscheidbare sterile und fertile Triebe.

· Zur sicheren Bestimmung müssen Farnpflanzen voll entwickelt sein; dabei helfen Blattform, Fiederung und Sori (Sporenhäufchen an der Blattunterseite), die verschiedenen Arten zu bestimmen.

· Echter Wurmfarn: Das Blatt ist 1-fach gefiedert (die Fieder sind fiederschnittig) und läuft spitz zu („fischförmig“).

· Der Wald-Frauenfarn hat 2-3-fach gefiederte Wedel (Blätter).

Zum Schluss des Spaziergangs wurden noch Exemplare seltener Arten, welche die Kursleiterinnen extra mitgebracht hatten, gezeigt und erklärt. Die Leiterinnen boten uns eine wunderbare, lehrreiche Vormittagsexkursion. Vielen Dank an Françoise Alsaker und Marianne Schenk und alle, die durch ihre Teilnahme die Tour in die Natur aufgewertet haben.

Andreas Grau-Pfister, Hünibach 


Exkursion zum neuen Berner Weltacker in Zollikofen, 11. Juli 2021

Auch Wurzelfrüchte wie Maniok, Yams und Süsskartoffeln sind angebaut. Foto Georg Ledergerber
Auch Wurzelfrüchte wie Maniok, Yams und Süsskartoffeln sind angebaut. Foto Georg Ledergerber

Am kühlen aber regenfreien Sonntagmorgen trafen sich 25 Umweltinteressierte zum Besuch des 2000 Quadratmeter umfassenden Weltackers in Zollikofen (www.weltacker-bern.ch). Wir wurden freundlich empfangen von Dietlind Haarbrücker, zuständig für Kommunikation und Koordination sowie von Martin Huggenberger, landwirtschaftlicher Betreuer des Weltackers mit einer Fläche von 20m x 100m.

Was bedeutet eigentlich Weltacker? Als Weltacker bezeichnet man die Ackerfläche, die jedem Erdenbürger heute zur Verfügung steht. Zurzeit leben auf unserem Planeten etwa 7,5 Milliarden Menschen (es werden immer mehr!) und etwa 1,5 Milliarden Hektaren Ackerland können bewirtschaftet werden (Fläche nimmt stetig ab!). Mit diesen Angaben errechnet sich eine Ackerfläche von etwa 2000m2 pro Person: der sog. Weltacker.

Nach der Kurzinfo durch Frau Haarbrücker über Ziel und Zweck des Weltackers, teilten wir uns in zwei Gruppen auf und erfuhren beim Rundgang um die Anlage viele spannende und interessante Fakten über das Kultivieren von Nutzpflanzen. So wachsen z.B. auf der Hälfte des Weltackers nur vier Pflanzenarten: Weizen (16%), Mais (11%), Reis (12%) und Sojabohnen (8%). Obst und Gemüse wachsen auf weniger als 5% des Weltackers.

Unglaublich auch, welche Voraussetzungen vorhanden sein müssen, damit überhaupt etwas auf diesem Acker gedeihen und wachsen kann. Beispielsweise leben in einer Handvoll Erdreich mehr Organismen als Menschen auf der Erde! Auf unserem Weltacker sind das etwa zwei Tonnen lebende Organismen (ohne Pflanzen), die den Boden in Schuss halten.

Weiterführende Infos finden sich in der Broschüre „Weltacker, Hintergrundinformationen“.

Fritz Moser, Bolligen


Abendexkursion zu den Baumpersönlichkeiten im Waldau-Park, Bern, 17. Juni 2021

Linde (links) und Rotblättriger Spitzahorn (rechts). Foto Françoise Alsaker
Linde (links) und Rotblättriger Spitzahorn (rechts). Foto Françoise Alsaker

Auf diesem sonnigen Abendspaziergang hat uns Manfred Wüthrich, Obergärtner im Waldau Areal der Universitären Psychiatrischen Dienste (UPD), von einer grossen Auswahl der 93 wachsenden Baumarten und deren Eigenheiten erzählt. Die Gesamtzahl der 700 alten und jüngeren Bäume wurde in verschiedenen Zeitspannen unter ebenso verschiedenen Ansichten zur Natur gepflanzt. Neben bekannten Arten wie Kastanie und Linde wachsen seltene Exemplare von Ahorn, Hartriegel und Taschentuchbaum. Die 21 Teilnehmenden folgten interessiert den fundierten und mit Witz vorgetragenen Ausführungen. Dabei kam auch die historische Seite der Gebäude und der Gesamtanlage zur Sprache. Besonders eindrücklich sind die unter der Leitung von Manfred Wüthrich angelegten zwei beschrifteten Baum-Lehrpfade. Die unterschiedliche Weglänge ist je für Erwachsene und Kinder gedacht. Der ganze Park ist öffentlich zugänglich inklusive Minigolf-Anlage und Kinderspielplatz.

Für die Waldau-Gärtnerei ist Ökologie ein Hauptthema. Jungpflanzen werden ohne Gift gezogen und vermehrt. Die Mitarbeit der betreuten Personen wird von der UPD im Betrieb der Gärtnerei und der Holzverarbeitung mit Engagement gefördert. Am Ende der vielseitigen und eindrücklichen Schilderungen auf der Wanderung durch die grossflächige Anlage wurden wir gar noch beschenkt mit einer Hausmischung von Tee oder Kräutersalz. 

Rainer Nowacki, Stettlen


Exkursion zur Blumenwiese Hilbörtli ob Stettlen, 29. Mai 2021

Wir trafen uns am Rand des Buchholz-Waldes oberhalb von Stettlen zu einer spannenden Exkursion zum «Hilbörtli», einer artenreichen Blumenwiese zwischen Ferenbergstrasse und Buchholzwald. Als Experten begleiteten uns der Botaniker Michael Jutzi, der Schmetterlingskenner Martin Albrecht und der Landwirt Michael Kipfer, der die Wiese bewirtschaftet. 

Zuerst gingen wir zu einem Teich, der speziell zum Schutz der Geburtshelferkröte angelegt wurde. Wir hatten Glück, dass wir ein solches Tierlein hören konnten, denn normalerweise sind sie nur abends zu hören. Die Stimmen der Geburtshelferkröte («Glögglifrosch») klingen wie kleine Glocken, wobei jede Stimme anders tönt. Es rufen aber nur die Männchen. Diese wickeln sich nach der Paarung die Laichschnur um die Fussgelenke und beschützen so die Eier, bis die Kaulquappen schlüpfen. In der Nähe des Teichs zeigte uns der Schmetterlingsexperte auf einer Knoblauchsrauke ein Ei des Aurora-Falters, das winzig klein und orange war. 

 

Ein Ei des Aurora-Falters auf einer Knoblauchrauke (Alliaria petiolata). Foto Françoise Alsaker
Ein Ei des Aurora-Falters auf einer Knoblauchrauke (Alliaria petiolata). Foto Françoise Alsaker

Anschliessend wanderten wir Richtung «Hilbörtli», einer Wiese, die seit 1990 von der Familie Kipfer extensiv bewirtschaftet wird und seither nie gedüngt wurde. Dort angekommen teilten sich die 12 Teilnehmenden in zwei Gruppen auf. Ich ging zuerst zum Botaniker Michael Jutzi. Wir schauten verschiedene Gräser und Blütenpflanzen an. Mich verwunderte, dass man anhand der Zusammensetzung der Pflanzen auf einer Wiese erkennen kann, in welchem Zustand die Wiese ist.

 

 

Berg-Platterbse (Lathyrus linifolius) zwischen Wiese und Wald. Foto Françoise Alsaker
Berg-Platterbse (Lathyrus linifolius) zwischen Wiese und Wald. Foto Françoise Alsaker

 

Danach erzählte uns Martin Albrecht viel Interessantes über Schmetterlinge. Gewisse Schmetterlingsarten können bis zu einem Jahr alt werden. Mich beeindruckte, dass gewisse Schmetterlinge wie Zugvögel hin und her ziehen. Dies machen sie aber nur in eine Richtung: Eine Generation fliegt von Afrika nach Europa und legt hier ihre Eier ab, während die nächste Generation wieder zurück nach Afrika fliegt. Zudem verwunderte mich, dass es Schmetterlinge gibt, die als ausgewachsene Falter überwintern können. Leider war das Wetter etwas bedeckt und recht kühl, so dass nicht so viele Schmetterlinge herumflatterten. Martin Albrecht konnte aber trotzdem ein paar Falter einfangen und zeigte sie uns zum Teil in einem Plastikröhrchen: Schwalbenschwanz, Distelfalter, Mauerfuchs, Panterspanner und Rotklee-Bläuling.

 

Nicola Pfarrer (14), Stettlen



Morgenexkursionen "Der Bolliger Friedhof – ein kleines Vogelparadies", 22. und 23. Mai 2021

Junge Kohlmeise - Das Landen klappt noch nicht ganz wunschgemäss. Foto Adrian Schmid Naturfotografie
Junge Kohlmeise - Das Landen klappt noch nicht ganz wunschgemäss. Foto Adrian Schmid Naturfotografie

Pfingstsonntag, früh morgens um 5.30. Es ist kalt, schwere Wolken hangen am Himmel und ein feiner Nieselregen lässt uns 7 Vogelfreunde etwas schaudern.

Der Amsel ist das Wetter egal, sie beginnt ihr Morgenlied mit mehreren Strophen zu singen. Und während wir ihr wie auch dem Ornithologen Adrian Schmid zuhören, erwachen die Staren in ihrem luftigen Schlafgemach und machen die ersten Stimmübungen. Die Spatzen werden ziemlich laut in ihrer Hecke. Dies bereichert das Frühkonzert, macht es aber nicht einfacher, sich auf die etwas zurückhaltenden Vogelstimmen zu konzentrieren. 

Die Ringeltaube macht mit ihrem „Hol Suurchrut, Ruedi“ auf sich aufmerksam und die Türkentaube sucht nach ihrer „Grossmuueter, Grossmuueter“. Liliane Schmid hört in der Ferne den Buchfinken fragen: „Bi bi bin ich nöd en schöne Brütigaam?“ Und wir versuchen das tickende Zilp-zalp des Zilpzalps wahrzunehmen. Die Kohlmeise ist mit ihrer klaren, lauten Stimme unüberhörbar, während der Distelfink nur vom Leiter erkannt wird und sich nicht zeigen will. Dafür beeindruckt uns der Rotmilan, der im Tiefflug majestätisch an uns vorbei fliegt. Die Blaumeisen wirken etwas gestresst; ununterbrochen bringen sie Futter für ihren Nachwuchs zum Nistkasten, und doch scheint es nie genug zu sein. 

Es ist nicht wärmer geworden, auch nicht heller und freundlicher, aber viel lebendiger. Und da, ganz zum Schluss: Da läuft direkt neben uns ein Gartenbaumläufer den Baumstamm hinauf, schnell und leichtfüssig - was für ein Highlight! Mit einem eindrücklichen Morgenkonzert in den Ohren machen wir uns auf den Heimweg.

Therese Müry, Bolligen


Vogelexkursion ins Naturschutzgebiet Fanel am Neuenburgersee mit Besuch des BirdLife-Naturzentrums La Sauge, 7. Mai 2021

Geschützter Ausguck vom Gämshoger bei La Sauge. Foto Rainer Nowacki
Geschützter Ausguck vom Gämshoger bei La Sauge. Foto Rainer Nowacki

Als Neumitglied von NUBIS und seit letztem Jahr - infolge des pandemiebedingten Lockdowns - vermehrt mit dem Fotoapparat auf Vogelsujet-Suche, habe ich mich für diese Exkursion an den Neuenburgersee angemeldet. Das Feuchtgebiet am Südufers ist speziell für Vögel von internationaler Bedeutung. Viele seltene und bedrohte Arten brüten in den weitflächigen Riedgebieten. Sie rasten hier auf ihrem Zug zwischen Brutgebiet und Winterquartier oder verbringen den Winter am See. BirdLife Schweiz betreibt in La Sauge seit 20 Jahren ein Info-Zentrum mit Vogelbeobachtungshütten. Mit dem ÖV erreicht man das Gebiet in einer guten Stunde.

Der seltene Rallenreiher. Foto Daniel Grlj

Leider regnete es bis am Mittag ununterbrochen und mein Fotoapparat gelangte punkto Feuchtigkeit an seine Grenzen. Aber wir 7 Teilnehmende, begleitet von den fachkundigen Guides Rainer Nowacki und Ronald Graber, gingen unverdrossen unserer Wege und konnten  erstaunlicherweise doch gegen 70 Vogelarten beobachten. Der Ruf des Kuckucks oder der melodiöse Gesang der Nachtigall erfreuten uns sehr. Auch hörte ich zum ersten Mal den Gesang des sich nie zeigenden Pirols. Ein gutes Fernglas ist ein Muss, können doch so auch entfernte Vögel beobachtet werden wie zum Beispiel die Rohrweihe, ein Greifvogel, der sein Nest im Schilf hat. Das Picknick konnten wir dann in einem geschützten Schulungsraum im Zentrum einnehmen. Am Nachmittag besuchten wir das BirdLife-Naturzentrum. Leider nur kurz huschte dort der bunte Eisvogel neben uns vorbei. Den Besuch dieses Gebiets und der Anlage mit vielen Hintergrundinformationen kann ich wärmstens empfehlen. Hier wird sichtbar, wie überlebenswichtig Feuchtgebiete für viele Tierarten sind.

 

Daniel Grlj, Ostermundigen



Infostand am Bolliger Frühlingsmärit, 5. Mai 2021

Foto Françoise Alsaker
Foto Françoise Alsaker

Diesmal hatten wir als Hingucker das Wiesel (Hermelin) und den anschaulich dargestellten Bau der Wieselburg auf der Lutzeren gewählt. Und tatsächlich interessierten sich viele Märitbesuchende für diesen bedrohten Sympathieträger unter den Kleinsäugern (Bild). Zudem gaben wir Tipps, wie die Biodiversität im Garten oder auf dem Balkon reichhaltiger gestaltet werden kann. Die sorgfältig gefertigten Wildbienenhotels fanden alle eine Abnehmerin. Erfreulich auch: Der Ratgeber „Lokal, saisonal und clever einkaufen in Bolligen“, eine probates Hilfsmittel gegen die Lebensmittelverschwendung (Food Waste), war dem Publikum von früheren Märitbesuchen her schon weitgehend bekannt. Ergänzt wurde unser naturfreundliches Angebot am Nachbarstand durch ein breites Sortiment an einheimischen Wildpflanzen und Kräutern in Bioqualität.

Georg Ledergerber, Bolligen

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Auszug aus der Bantiger Post am 11. Mai 2021
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Tat(w)ort Award für NUBIS und die Arbeitsgruppe Umwelt & Konsum, 2. Mai 2021

Foto Renate Brechbühl
Foto Renate Brechbühl

Die Tat(w)ort Gruppe der Reformierten Kirche Ittigen hat dieses Jahr den Verein NUBIS und insbesondere seine Arbeitsgruppe «Umwelt & Konsum» als Preisträger ausgewählt. Nach dem Sonntagsgottesdienst wurde der Preis in einer feierlichen Zeremonie übergeben.

Zuerst stellte Vizepräsidentin Madeleine Aeschimann Hitz (links) den Verein NUBIS vor und wies auf die vielen ansprechenden Aktivitäten hin. Damit bekamen die Zuhörenden ein konkretes Bild von unserem Engagement für Natur und Umwelt.

Ich selber (rechts) stellte danach die Broschüre «Lokal, saisonal und clever einkaufen», Ratgeber für Ittigen, vor. Dieser Einkaufsführer wurde in der Kirche aufgelegt zum Mitnehmen und Weitergeben. Wir verdankten den Award und auch den grosszügigen Beitrag der Kirche Ittigen an die Druckkosten herzlich.

Im Bild: Der Geschenkkorb, gefüllt mit umwelt- und sozialgerecht hergestellten Produkten, bestimmt zur Verteilung an alle Beteiligten. 

Verena Steiner, Ittigen

 

Den Bericht in seiner ganzen Länge können Sie als pdf herunterladen:

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Bericht Tat(w)ort Award KG Ittigen Kopie
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Exkursion „Wir lernen unsere Gartenvögel kennen“, 24. April 2021

 Blaumeise. Foto: Thomas Wullschleger
 Blaumeise. Foto: Thomas Wullschleger

Ich traf eine aufgestellte Gruppe in Bantigen, geführt von Thomas Wullschleger und Rainer Nowacki. Diese Gegend meinte ich gut zu kennen, da ich den Weg dorthin alle 1-2 Wochen von Bolligen her unter die Füsse nehme, um Biogemüse einzukaufen. Doch ich staunte nicht schlecht, was sich uns bei prächtigstem Wetter aus der Vogelwelt alles erschloss.

Zu Beginn amüsierte es mich schon, wie die emsigen Spatzen und Schwalben sich alle möglichen Ritzen in und unter den Ziegeldächern als Nistplätze suchten. Dann lernte ich, die Feld- von den Haussperlingen und die Männchen von den Weibchen zu unterscheiden. Wir sahen Bachstelzen, pickend und mit dem Schwanz wippend buchstäblich über den Acker stelzen. Die Stare kreuzten in ihrem geraden Flug unser Blickfeld, während Rote und Schwarze Milane majestätisch über uns kreisten. Sogar mit einem Stieglitz und einer Goldammer hatten wir das Vergnügen!

Im Wald war eher auf akustisches Entdecken Verlass: Blaumeisen, Türkentauben, Zilpzalp und Specht. Der Eichelhäher zeigte sich nur den ganz aufmerksamen Beobachtern. Und der im Dach von Wullschlegers Bauernhaus nistende Turmfalke - ob ich den mal zu sehen bekomme? Es war spannend, die Vielfalt der Natur auf solch anregende Weise zu entdecken. Vielen Dank!

Irene Zürcher, Bolligen

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Die Bantiger Post berichtete darüber
Vögel in unseren Gärten_BaPo_20210511.pd
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Aktion "Wir retten wandernde Amphibien" – Februar bis April 2021

Ein Molch wird gerettet und über die Strasse gebracht. Foto Madeleine Aeschimann
Ein Molch wird gerettet und über die Strasse gebracht. Foto Madeleine Aeschimann

Frösche, Kröten und Molche überwintern an Land, besonders gerne im Wald. Im Frühjahr lösen sie sich aus ihrer Kältestarre und machen sich auf den Weg zu ihren Laichplätzen. Dabei überqueren sie breite Strassen und schmale Wege. Damit die Amphibien nicht überfahren werden, haben wir die wandernden Tiere - wie in den vergangenen Jahren - von Ende Februar bis anfangs April im Gebiet vom Neuhausweg und hinterer Schermen in Ittigen gerettet. 

 

Jeden Abend begaben sich ein bis zwei Personen oder ganze Familien (vor allem Leute aus dem Quartier und Mitglieder von NUBIS) bei Einbruch der Dämmerung auf die Einsammelrunde. Die gefundenen Tiere brachten wir in einem Kessel mit wenig Wasser zu den verschiedenen Biotopen im Quartier. Es wurden vor allem Bergmolche (55 Exemplare), Erdkröten (32), Fadenmolche (3) und ein Grasfrosch zu ihren Laichplätzen getragen. 

 

Die Amphibien lieben für ihre Wanderung hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen über 5°C. Es waren diesmal etwas weniger Tiere als im Vorjahr. Ob dies an der langen Trockenperiode oder an den Kälteeinbrüchen lag oder ob grundsätzlich weniger Tiere unterwegs waren, ist schwierig zu sagen. 

Im Namen der bedrohten Tiere geht ein grosses MERCI an alle, die sich auch bei garstigem Wetter auf den abendlichen Rundgang gemacht haben!

Madeleine Aeschimann Hitz, Koordinatorin der Einsätze, Worblaufen

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BantigerPost_Amphibienrettung_06_04_21.p
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Das digitale Frühlingsfest –  Februar bis März 2021


 

Mitte Februar startete NUBIS einen Aufruf, beim Spazieren oder Wandern erste Vorboten des Frühlings zu entdecken und sie auf einem Foto festzuhalten. Etliche Naturfreunde sind auf diese Weise dem Corona-Blues entgegengetreten und haben sich aktiv am virtuellen Frühlingsfest beteiligt.

 

So ist eine reichhaltige Fotogalerie mit früh erwachten Pflanzen und einigen Tieren entstanden. Sie zeigt, dass es sich lohnt, die Augen offen zu halten, auch wenn man nur um die Ecke spazieren geht.

Sie finden die digitale Bilderausstellung HIER.

Viel Vergnügen!


5. Hauptversammlung vom 18. Februar 2021 (schriftlich)

Wegen der Corona-Pandemie musste diesmal die Hauptversammlung auf schriftlichem Weg stattfinden. Ende Januar erhielten alle Vereinsmitglieder die Unterlagen und Erläuterungen zu den Traktanden sowie das Abstimmungsformular per E-Mail oder per Post zugestellt. In der Folge beteiligten sich insgesamt 50 Mitglieder per Brief oder per Mail an der Abstimmung. Die Ergebnisse sind im beiliegenden Protokoll festgehalten. August Flammer wurde als Vorstandsmitglied und Martin Staub als Rechnungsrevisor bestätigt. Veronika Kunz wurde als Ersatz-Revisorin neu gewählt. Die Statutenergänzung ermöglicht es nun, unter besonderen Umständen die Hauptversammlung auf schriftlichem oder elektronischem Weg durchzuführen. Die Dokumente finden Sie HIER


Naturbeobachtungen vor der Haustür Ende Dezember 2020 bis 10. Januar 2021

Spinnengewebe im Mannenbergwald. Foto Françoise Alsaker
Spinnengewebe im Mannenbergwald. Foto Françoise Alsaker

Der Filmabend wurde wegen der Corona-Situation durch einen Aufruf für Naturbeobachtungen ersetzt. 

Unsere Einladung über die Mitgliederliste und die Bantiger Post hiess: Beobachten Sie die Natur vor der Haustür

"Sie sind vom winterlichen Wald entzückt und gehen dort auf Fotopirsch. Sie suchen einen Lieblingsbaum und porträtieren ihn mit dem Handy. Sie beobachten einen seltenen Gast am Futterbrett und halten ihn mit der Kamera fest. Oder Sie …

Wir laden Sie ein, uns eine persönliche Naturbeobachtung vor der Haustür mitzuteilen: durch einen kurzen Text, begleitet von 1 bis 4 Fotos. „Haustür“ bedeutet hier „eine Beobachtung in der Gemeinde oder in der Nachbarschaft“. NUBIS wird die eingehenden illustrierten Beiträge auf dieser Website veröffentlichen.  Mitmachen können Erwachsene, Jugendliche und auch Kinder. Unter den Einsendern verlosen wir 5 Preise. Also nichts wie los in die nahe Natur mit wachen Sinnen, begleitet von Handy oder Fotokamera!"

Die Beiträge sind jetzt online.


Hecken hegen - Pflegeeinsatz bei der Friedenslinde in Bantigen, 14. November 2020

 Förderung seltener Straucharten. Foto: Bettina Weiersmüller
Förderung seltener Straucharten. Foto: Bettina Weiersmüller

Es ist ein sonniger Novembertag mit eindrücklichem Bergpanorama vor klarem Himmel. Herbstverfärbtes Laub, saftgrüne Wiesen, blauer Himmel und Sonnenstrahlen; die Natur zeigt ihre Farbenpracht. Die Truppe Freiwilliger, mit Fuchsschwanzsägen, Locheisen, Baumscheren und reichlich Motivation ausgestattet, folgt Landschaftsgärtner Erwin Bernhard und Ronald Graber direkt in diese Pracht, hoch zur Hecke bei der Friedenslinde in Bantigen.

Nicht lange und es wird schon gesägt, geschnitten und gehackt. Die Hecke muss ausgelichtet und verjüngt werden, damit sie artenreich bleibt und Insekten, Reptilien, Amphibien, Vögeln und Kleinsäugern einen passenden Lebensraum bietet. Die Haselsträucher werden zurückgeschnitten, dadurch haben andere Pflanzen Licht und Raum, um zu wachsen. Die übriggebliebenen Strünke der Haseln werden geschält, so entsteht Totholz, das einen wichtigen Lebensraum für Insekten bildet. Während einige mit den abgesägten Haselästen immer grössere Asthaufen bauen, begeben sich weiter unten andere Freiwillige - im wahrsten Sinne des Wortes - freiwillig in die Dornen der Brombeeren. Die Brombeere ist Freund und Feind zugleich: Einerseits schützt sie Bäume und Sträucher vor Wildverbiss und vor Menschen, die Zweige abschneiden, anderseits überwächst sie grossflächig junge Pflanzen und nimmt ihnen Licht weg. Deshalb ist das Zurückschneiden von Brombeerranken sehr wichtig. Auch der Schlehdorn muss zurückgeschnitten werden. Den kleinen Eichen wird Platz gemacht, die Findlinge vom Laub befreit, damit sie den Echsen einen Sonnenplatz bieten.

Zwischen dem fleissigen Arbeiten inmitten von Vogelbeerbaum, Eiche, Brombeere, Hasel und Schlehdorn sind fröhliche, muntere Gespräche zu hören. Ein Austausch zwischen Menschen, die sich nicht kennen, unbeschwert und interessant. Das Ergebnis von Engagement, Verbundenheit zur Natur und vor allem vom gemeinsamen Beisammensein unter freiem Himmel. Hecken hegen hegt Heiterkeit!

Nora Schopfer, Stettlen 


Pflegeeinsatz im Aufwertungsprojekt Buechacher in Bantigen, 17.Oktober 2020

Diesmal besonders gefragt: Gras zusammenrechen und Baumscheiben ausjäten. Foto Robert Etter
Diesmal besonders gefragt: Gras zusammenrechen und Baumscheiben ausjäten. Foto Robert Etter

Ziel des dreistündigen Pflegeeinsatzes im Buechacher

war es, im Pufferstreifen das Gras zu mähen, zusammenzurechen und abzuführen. Zudem waren Baumscheiben auszujäten, Neophyten auszustechen und das weitere Vorgehen zum Erstellen von Kleinstrukturen zu besprechen. Denn an der sonnenexponierten natürlichen Böschung sollen Lebensräume für wärmeliebende Insekten, Amphibien, Reptilien, Kleinsäuger (Wiesel, Hermelin, Mauswiesel, Igel) und Pflanzenarten entstehen. 

Projektleiter und Vorstandsmitglied Thomas Wullschleger-Reinhard, Landschaftsgärtner und Baumschulist in Bantigen, dankte den vier Teilnehmenden herzlich für ihren Einsatz. Es sind nun weitere Anstrengungen nötig, damit die bereits herantransportierten Baumstrünke, Äste und Steine für die Kleinstrukturen in die kürzlich begründete Baumreihe eingepasst und fachlich korrekt platziert werden können.

Neben geländegängigen NUBIS-Mitgliedern haben sich inzwischen auch die Jungjäger der Region zur weiteren Mitarbeit bereit erklärt.

Robert Etter, Ittigen


Pilze locken in den Wald, 12. und 19. September 2020

Trotz Trockenperiode erfreute uns im Bolliger Sädelbachwald eine reichhaltige Pilzernte. Foto Georg Ledergerber
Trotz Trockenperiode erfreute uns im Bolliger Sädelbachwald eine reichhaltige Pilzernte. Foto Georg Ledergerber

Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm …

Wenn man aber – wie unsere Gruppe Interessierter am 12. September - unter fachkundiger Leitung der Biologin Beatrice Senn-Irlet diesen Wald begeht, beginnen die scheinbar stummen Männlein (Pilze) einiges zu erzählen und man hört und sieht einiges, an dem man sonst achtlos vorbei geht.

Schon die Pfahlbauer haben offenbar entdeckt, dass es gar möglich ist, Kleider aus Pilzen zu fertigen, wenn man weiss wie und welcher Pilz da geeignet ist. Unglaublich: Dreimal so viele Pilzsorten wie Pflanzenarten gibt es allein in der Schweiz. So suchen wir an diesem Nachmittag sowohl die kleinen, unscheinbaren Vertreter wie natürlich auch die tollen Steinpilze, von denen jede/r gerne einen Korb voll mit nach Hause nehmen möchte.

Gefunden haben wir dabei eine vielfältige Auswahl an guten, essbaren, aber auch giftigen Pilzen. Der Wald sieht uns wieder – sei es still und allein oder unter fachkundiger Begleitung.

Hanni Jungen, Stettlen

 


Brätliabend in Bantigen, 14. August 2020

Abendessen mitten im Gewitterregen. Foto Beat Hofer
Abendessen mitten im Gewitterregen. Foto Beat Hofer

Als Neumitglied von NUBIS war der Brätliabend in der Hornusserhütte Bantigen meine erste Begegnung mit anderen Vereinsmitgliedern. Wir waren 24 Erwachsene und 4 Kleinkinder. Wegen den coronabedingten Distanzvorschriften musste man einigen Angemeldeten leider absagen.

Die freundliche Aufnahme und die friedliche Stimmung unter den Teilnehmenden haben mir gefallen und ich fühlte mich wohl. Auch genoss ich die tolle Aussicht auf die Alpenkette und das Wechselspiel von dunkeln Wolken und Sonnenschein. Nach einem von NUBIS offerierten Apéro und einigen Begrüssungsworten war es bald soweit, das mitgebrachte Grillgut aufzulegen. Beim gemütlichen Nachtessen mit interessanten Gesprächen wurden wir von einem heftigen Gewitter überrascht. Zuerst hörten wir schwere Tropfen auf dem Dach, was bald in ein intensives Rauschen überging! Wir sassen zum Glück im Trockenen und liessen uns deswegen die Laune nicht verderben. Das Gewitter zog bald weiter und wir konnten die seitlichen Schutzblachen wieder öffnen.

Bei Tee, Kaffee und Dessert - es gab eine wunderbare Mousse au Chocolat und verschiedene Cakes - liessen wir den Abend ausklingen. An Georg Ledergerber und Thomas Wullschleger, der unter anderem als Grillchef amtete, ein herzliches Dankeschön. Ihr habt diesen Anlass super organisiert!

Veronika Kunz, Stettlen


Die Jugendwerkstätte der Kirchgemeinde Bolligen baut Wildbienenhotels, 2. April 2020

Das Wildbienenhotel ist optimal gegen Südosten ausgerichtet und steht in einer naturnahen Umgebung. Foto Markus Blaser.
Das Wildbienenhotel ist optimal gegen Südosten ausgerichtet und steht in einer naturnahen Umgebung. Foto Markus Blaser.

 

Die Jugendwerkstätte der Kirchgemeinde Bolligen baute im Frühjahr 2019 mit Kindern kleine Insektenhotels. Als fachlicher Berater von NUBIS nahm Wildbienenkenner Roby Etter aus Ittigen teil. Die beiden Kurstage waren voll ausgebucht. Nach 4 1/2 Stunden geduldiger Säge- und Füllarbeit verliessen dann jeweils die Kinder und deren Begleitung samt ihrem fertigen Insektenhotel stolz die Werkstätte. Erfreuliches Echo: Kurz nach der Installation nisteten sich häufig schon geflügelte Bewohner ein. 

Die Leitenden wagten sich zudem an den Bau eines grossen Wildbienenhotels. Das gelungene Bauwerk ist nun seit dem 2. April auf dem Kirchgemeindeareal zwischen dem Sigristenhaus und der „Stube“ zu bewundern. Es steht als Grandhotel den nützlichen Insekten an optimaler und ruhiger Lage zur Verfügung, mit genügend Nistplätzen, ausreichend Baumaterial und der lebensnotwendigen Nahrung aus der naturnahen Umgebung.

Robert Etter, Ittigen

 

Ausführlicher Bericht siehe PDF

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Neues Wildbienenhaus für die Kirchgemein
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Bäume und Sträucher pflanzen im Buechacher/Bantigen, 21. März 2020

Die Baumreihe besteht aus 14 Hochstamm-Obstbäumen von ProSpecieRara-Sorten (Zwetschge, Pflaume, Apfel, Birne) und Speierlingen. Foto Georg Ledergerber
Die Baumreihe besteht aus 14 Hochstamm-Obstbäumen von ProSpecieRara-Sorten (Zwetschge, Pflaume, Apfel, Birne) und Speierlingen. Foto Georg Ledergerber

In den nächsten Jahren hilft NUBIS mit, am Südhang oberhalb Flugbrunnen zwischen dem Wald Buechholz und Bantigen ein wichtiges Landschaftsaufwertungsprojekt umzusetzen. Ziel ist die Ansiedlung von seltenen Vogelarten wie dem Neuntöter (Vogel des Jahres 2020). Auch sollen Trockenheit und Sonne liebende Insekten, Amphibien, Reptilien, Kleinsäuger (Wiesel, Hermelin, Mauswiesel, Igel) und Pflanzenarten gefördert werden. Zudem wird mit der Pflanzung von Hochstammbäumen eine Vernetzung zwischen dem Wald Buechholz und den Obstgärten in Bantigen angestrebt. Das Areal bietet optimale Möglichkeiten, um die Biodiversität im Gelände zu erhöhen und landschaftlich reizvolle Strukturen zu schaffen.

Für den 21. März war der erste grosse Freiwilligeneinsatz von NUBIS-Mitgliedern und der lokalen Jägerschaft vorgesehen. Doch wegen der eben erst ausgebrochenen Corona-Krise durften die 25 angemeldeten Helferinnen und Helfer nicht eingesetzt werden. Dadurch waren die Grundeigentümer gezwungen, die 14 Hochstamm-Obstbäume und zahlreiche Wildrosensträucher im Alleingang einzupflanzen. Nur auf diese Weise konnten beide Ziele erreicht werden: Die Hilfswilligen gingen kein gesundheitliches Risiko ein und die Bäume der wertvollen ProSpecieRara-Sorten wie auch die seltenen Speierlinge durften trotzdem überleben.

Georg Ledergerber und Thomas Wullschleger, Bolligen

Zusätzliche Informationen zur Landschaftsaufwertung Buechacher in Bantigen finden Sie in der Rubrik „Projekte“.


Frösche, Kröten und Molche sind wieder unterwegs - März 2020

Foto Ursula Joss.
Foto Ursula Joss.

Von Ende Februar bis im März wandern verschiedene Amphibien von ihrem Winterquartier (meist im Wald) zu ihrem Laichplatz am Wasser.

Von einer Gruppe von insgesamt achtzehn Personen aus Ittigen, Bolligen und Worblaufen begaben sich Anfang März jeden Abend eine bis zwei Personen auf die Runde im Schermenquartier in Ittigen, um die verschiedenen Amphibien zu retten. Ab Mitte März war gemäss Erlass des Bundesrates immer nur eine Person unterwegs (oder wenn zwei Personen, dann aus dem gleichen Haushalt). Die Tiere wurden von der Strasse aufgelesen und in einem Kessel mit wenig Wasser zum Biotop gebracht.

In diesem Gebiet wandern Erdkröten, Grasfrösche und Bergmolche. Sogar ein Fadenmolch wurde schon „gerettet“. Zwischendurch begegnet man auch einem Igel auf seinem Abendspaziergang durchs Quartier.

Madeleine Aeschimann Hitz, Ittigen


Wir bauen 26 Nistkästen für Vögel, 22. Februar 2020

Das stolze Ergebnis: 16 fertiggestellte Nistkästen für Mauersegler (links) und 10 Nistkästen für Halbhöhlenbrüter. Foto Thomas Wullschleger
Das stolze Ergebnis: 16 fertiggestellte Nistkästen für Mauersegler (links) und 10 Nistkästen für Halbhöhlenbrüter. Foto Thomas Wullschleger

Die optimale Zahl von 6 Vereinsmitgliedern folgte dem Aufruf der Arbeitsgruppe Vogelschutz, um in der Zimmerei Markus Walther in Habstetten einen Vormittag lang Nistkästen für Mauersegler und Halbhöhlenbrüter zusammenzubauen. Dank der tollen und präzisen Vorarbeit von Thomas Wullschleger und Michael Kipfer in Sachen Holzzuschnitt ging es gleich zügig zur Sache. Unter kundiger Anleitung von Michael lernten wir schnell mal das Abfasen oder Abschleifen des rohen zu verbauenden Kiefernholzes. Dieses stammt aus dem Wald von Kathrin Wullschleger-Reinhard oberhalb von Bantigen. In 2er-Teams montierten wir zuerst je 8 Nistkästen für Mauersegler mit frontalem oder seitlichem Anflugloch. Wir bauten zudem ein Hindernis ein, damit sich keine anderen Vögel einnisten können. Jedes Team hatte da etwas zu knobeln, damit die Einzelteile auch wirklich zueinander passten. Die eingelegte Znünipause nutzten wir, um uns gegenseitig etwas auszutauschen. Danach gelang es uns noch vor der Mittagszeit, auch die 10 Nistkästen für Halbhöhlenbrüter zusammenzubauen. Rund 400 Spezialschrauben vom Typ EASYtop 4,0 x 60/36 wurden für die insgesamt 26 hergestellten Nistkästen verbraucht. An dieser Stelle sei Markus Walther für die zur Verfügung gestellte moderne Zimmereiwerkstätte herzlich gedankt wie auch dem Verein NUBIS für das offerierte Znüni im nahen Restaurant Linde. Für mich war es ein sehr lehrreicher Vormittag.

Robert Etter, Ittigen


4. Hauptversammlung vom 20. Februar 2020

37 Vereinsmitglieder und zwei Gäste nahmen an der 4. Hauptversammlung im Restaurant ChäppuTräff in Ittigen teil. Die bilderreich präsentierten Jahresberichte des Präsidenten und der 6 Arbeitsgruppen für Vogelschutz, Lebensräume, Heckenpflege, Umwelt & Konsum, Botanik sowie Naturerlebnisse für Kinder wurden mit regem Interesse zur Kenntnis genommen und fanden einmütige Zustimmung. Präsident Georg Ledergerber und die 6 weiteren Vorstandsmitglieder Madeleine Aeschimann Hitz, Françoise Alsaker, Ronald Graber, Rainer Nowacki, Lotti Stiller und Thomas Wullschläger sowie die Revisorin Heidi Reist wurden für eine weitere Amtsperiode bestätigt. Das Tätigkeitsprogramm von März bis August 2020 umfasst 11 Veranstaltungen – eine bunte Mischung von Vorträgen, Spaziergängen, Exkursionen, Kursangeboten, Freiwilligeneinsätzen, Infoständen und einem Brätliabend. Als 200. eingetretenes Vereinsmitglied konnte Nicola Pfarrer aus Stettlen geehrt werden. Am 31. Dezember 2019 zählte NUBIS 191 Mitglieder (+ 29 Personen): 101 aus Bolligen, 29 aus Ittigen, 36 aus Stettlen und 25 aus anderen Orten. 


Naturfoto- und Filmabend: eigene Naturerlebnisse, eingefangen mit der Kamera, 15. Januar 2020

Dieser Schwalbenschwanz besuchte den Balkon eines NUBIS-Mitglieds. Foto Heidi Reist
Dieser Schwalbenschwanz besuchte den Balkon eines NUBIS-Mitglieds. Foto Heidi Reist

Organisator Adrian Schmid konnte wieder eine stattliche Anzahl Autorinnen und Autoren für diesen Abend gewinnen. Es zeigte sich, dass es immer wieder viel Unbekanntes in unserer Umgebung zu entdecken gibt.

Georg Ledergerber präsentierte Landschaftsaufnahmen von Walter Bienz, der während 50 Jahren zwischen 1950 und 2000 viel Vergangenes aus Bolligen dokumentiert hat. Der Förster Andreas Grau erzählte von verschiedenen Waldbewirtschaftungsarten, die ökologisch unterschiedlich wertvoll sind. Der Galmwald östlich von Salvenach FR mit seinen bis zu 300-jährigen Eichen stach dabei besonders positiv hervor.

Françoise Alsaker zeigte eindrücklich, warum fast nur die spezielle Eisenhut-Hummel in der Lage ist, an den Nektar der Eisenhutblüte zu kommen. Dabei bedingen sich die beiden Arten gegenseitig. Anekdoten aus der Vogelwelt erzählte David Marques. Der Überraschungsgast vermag zahlreiche Vogelstimmen originalgetreu nachzuahmen. So liess er uns den Sumpfrohrsänger erleben, der als Zugvogel 76 Vogelarten aus Europa und Afrika zu imitieren versteht. Er ermunterte uns, in nächster Zeit das Erwachen des morgendlichen Vogelgezwitschers aufmerksam zu verfolgen.

Es war wiederum ein gelungener Anlass. Mit der Hoffnung auf mehr im nächsten Jahr

Beat Hofer, Bolligen