Berichte über unsere Aktivitäten in 2020

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Hecken hegen - Pflegeeinsatz bei der Friedenslinde in Bantigen, 14. November 2020

Beim letzten Pflegeeinsatz im Februar 2016 wurde die Hecke ausgelichtet. Foto Georg Ledergerber
Beim letzten Pflegeeinsatz im Februar 2016 wurde die Hecke ausgelichtet. Foto Georg Ledergerber

Es ist ein sonniger Novembertag mit eindrücklichem Bergpanorama vor klarem Himmel. Herbstverfärbtes Laub, saftgrüne Wiesen, blauer Himmel und Sonnenstrahlen; die Natur zeigt ihre Farbenpracht. Die Truppe Freiwilliger, mit Fuchsschwanzsägen, Locheisen, Baumscheren und reichlich Motivation ausgestattet, folgt Landschaftsgärtner Erwin Bernhard und Ronald Graber direkt in diese Pracht, hoch zur Hecke bei der Friedenslinde in Bantigen.

Nicht lange und es wird schon gesägt, geschnitten und gehackt. Die Hecke muss ausgelichtet und verjüngt werden, damit sie artenreich bleibt und Insekten, Reptilien, Amphibien, Vögeln und Kleinsäugern einen passenden Lebensraum bietet. Die Haselsträucher werden zurückgeschnitten, dadurch haben andere Pflanzen Licht und Raum, um zu wachsen. Die übriggebliebenen Strünke der Haseln werden geschält, so entsteht Totholz, das einen wichtigen Lebensraum für Insekten bildet. Während einige mit den abgesägten Haselästen immer grössere Asthaufen bauen, begeben sich weiter unten andere Freiwillige - im wahrsten Sinne des Wortes - freiwillig in die Dornen der Brombeeren. Die Brombeere ist Freund und Feind zugleich: Einerseits schützt sie Bäume und Sträucher vor Wildverbiss und vor Menschen, die Zweige abschneiden, anderseits überwächst sie grossflächig junge Pflanzen und nimmt ihnen Licht weg. Deshalb ist das Zurückschneiden von Brombeerranken sehr wichtig. Auch der Schlehdorn muss zurückgeschnitten werden. Den kleinen Eichen wird Platz gemacht, die Findlinge vom Laub befreit, damit sie den Echsen einen Sonnenplatz bieten.

Zwischen dem fleissigen Arbeiten inmitten von Vogelbeerbaum, Eiche, Brombeere, Hasel und Schlehdorn sind fröhliche, muntere Gespräche zu hören. Ein Austausch zwischen Menschen, die sich nicht kennen, unbeschwert und interessant. Das Ergebnis von Engagement, Verbundenheit zur Natur und vor allem vom gemeinsamen Beisammensein unter freiem Himmel. Hecken hegen hegt Heiterkeit!

Nora Schopfer, Stettlen 


Pflegeeinsatz im Aufwertungsprojekt Buechacher in Bantigen, 17.Oktober 2020

Diesmal besonders gefragt: Gras zusammenrechen und Baumscheiben ausjäten. Foto Robert Etter
Diesmal besonders gefragt: Gras zusammenrechen und Baumscheiben ausjäten. Foto Robert Etter

Ziel des dreistündigen Pflegeeinsatzes im Buechacher

war es, im Pufferstreifen das Gras zu mähen, zusammenzurechen und abzuführen. Zudem waren Baumscheiben auszujäten, Neophyten auszustechen und das weitere Vorgehen zum Erstellen von Kleinstrukturen zu besprechen. Denn an der sonnenexponierten natürlichen Böschung sollen Lebensräume für wärmeliebende Insekten, Amphibien, Reptilien, Kleinsäuger (Wiesel, Hermelin, Mauswiesel, Igel) und Pflanzenarten entstehen. 

Projektleiter und Vorstandsmitglied Thomas Wullschleger-Reinhard, Landschaftsgärtner und Baumschulist in Bantigen, dankte den vier Teilnehmenden herzlich für ihren Einsatz. Es sind nun weitere Anstrengungen nötig, damit die bereits herantransportierten Baumstrünke, Äste und Steine für die Kleinstrukturen in die kürzlich begründete Baumreihe eingepasst und fachlich korrekt platziert werden können.

Neben geländegängigen NUBIS-Mitgliedern haben sich inzwischen auch die Jungjäger der Region zur weiteren Mitarbeit bereit erklärt.

Robert Etter, Ittigen


Pilze locken in den Wald, 12. und 19. September 2020

Trotz Trockenperiode erfreute uns im Bolliger Sädelbachwald eine reichhaltige Pilzernte. Foto Georg Ledergerber
Trotz Trockenperiode erfreute uns im Bolliger Sädelbachwald eine reichhaltige Pilzernte. Foto Georg Ledergerber

Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm …

Wenn man aber – wie unsere Gruppe Interessierter am 12. September - unter fachkundiger Leitung der Biologin Beatrice Senn-Irlet diesen Wald begeht, beginnen die scheinbar stummen Männlein (Pilze) einiges zu erzählen und man hört und sieht einiges, an dem man sonst achtlos vorbei geht.

Schon die Pfahlbauer haben offenbar entdeckt, dass es gar möglich ist, Kleider aus Pilzen zu fertigen, wenn man weiss wie und welcher Pilz da geeignet ist. Unglaublich: Dreimal so viele Pilzsorten wie Pflanzenarten gibt es allein in der Schweiz. So suchen wir an diesem Nachmittag sowohl die kleinen, unscheinbaren Vertreter wie natürlich auch die tollen Steinpilze, von denen jede/r gerne einen Korb voll mit nach Hause nehmen möchte.

Gefunden haben wir dabei eine vielfältige Auswahl an guten, essbaren, aber auch giftigen Pilzen. Der Wald sieht uns wieder – sei es still und allein oder unter fachkundiger Begleitung.

Hanni Jungen, Stettlen

 


Brätliabend in Bantigen, 14. August 2020

Abendessen mitten im Gewitterregen. Foto Beat Hofer
Abendessen mitten im Gewitterregen. Foto Beat Hofer

Als Neumitglied von NUBIS war der Brätliabend in der Hornusserhütte Bantigen meine erste Begegnung mit anderen Vereinsmitgliedern. Wir waren 24 Erwachsene und 4 Kleinkinder. Wegen den coronabedingten Distanzvorschriften musste man einigen Angemeldeten leider absagen.

Die freundliche Aufnahme und die friedliche Stimmung unter den Teilnehmenden haben mir gefallen und ich fühlte mich wohl. Auch genoss ich die tolle Aussicht auf die Alpenkette und das Wechselspiel von dunkeln Wolken und Sonnenschein. Nach einem von NUBIS offerierten Apéro und einigen Begrüssungsworten war es bald soweit, das mitgebrachte Grillgut aufzulegen. Beim gemütlichen Nachtessen mit interessanten Gesprächen wurden wir von einem heftigen Gewitter überrascht. Zuerst hörten wir schwere Tropfen auf dem Dach, was bald in ein intensives Rauschen überging! Wir sassen zum Glück im Trockenen und liessen uns deswegen die Laune nicht verderben. Das Gewitter zog bald weiter und wir konnten die seitlichen Schutzblachen wieder öffnen.

Bei Tee, Kaffee und Dessert - es gab eine wunderbare Mousse au Chocolat und verschiedene Cakes - liessen wir den Abend ausklingen. An Georg Ledergerber und Thomas Wullschleger, der unter anderem als Grillchef amtete, ein herzliches Dankeschön. Ihr habt diesen Anlass super organisiert!

Veronika Kunz, Stettlen


Die Jugendwerkstätte der Kirchgemeinde Bolligen baut Wildbienenhotels, 2. April 2020

Das Wildbienenhotel ist optimal gegen Südosten ausgerichtet und steht in einer naturnahen Umgebung. Foto Markus Blaser.
Das Wildbienenhotel ist optimal gegen Südosten ausgerichtet und steht in einer naturnahen Umgebung. Foto Markus Blaser.

 

Die Jugendwerkstätte der Kirchgemeinde Bolligen baute im Frühjahr 2019 mit Kindern kleine Insektenhotels. Als fachlicher Berater von NUBIS nahm Wildbienenkenner Roby Etter aus Ittigen teil. Die beiden Kurstage waren voll ausgebucht. Nach 4 1/2 Stunden geduldiger Säge- und Füllarbeit verliessen dann jeweils die Kinder und deren Begleitung samt ihrem fertigen Insektenhotel stolz die Werkstätte. Erfreuliches Echo: Kurz nach der Installation nisteten sich häufig schon geflügelte Bewohner ein. 

Die Leitenden wagten sich zudem an den Bau eines grossen Wildbienenhotels. Das gelungene Bauwerk ist nun seit dem 2. April auf dem Kirchgemeindeareal zwischen dem Sigristenhaus und der „Stube“ zu bewundern. Es steht als Grandhotel den nützlichen Insekten an optimaler und ruhiger Lage zur Verfügung, mit genügend Nistplätzen, ausreichend Baumaterial und der lebensnotwendigen Nahrung aus der naturnahen Umgebung.

Robert Etter, Ittigen

 

Ausführlicher Bericht siehe PDF

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Neues Wildbienenhaus für die Kirchgemein
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Bäume und Sträucher pflanzen im Buechacher/Bantigen, 21. März 2020

Die Baumreihe besteht aus 14 Hochstamm-Obstbäumen von ProSpecieRara-Sorten (Zwetschge, Pflaume, Apfel, Birne) und Speierlingen. Foto Georg Ledergerber
Die Baumreihe besteht aus 14 Hochstamm-Obstbäumen von ProSpecieRara-Sorten (Zwetschge, Pflaume, Apfel, Birne) und Speierlingen. Foto Georg Ledergerber

In den nächsten Jahren hilft NUBIS mit, am Südhang oberhalb Flugbrunnen zwischen dem Wald Buechholz und Bantigen ein wichtiges Landschaftsaufwertungsprojekt umzusetzen. Ziel ist die Ansiedlung von seltenen Vogelarten wie dem Neuntöter (Vogel des Jahres 2020). Auch sollen Trockenheit und Sonne liebende Insekten, Amphibien, Reptilien, Kleinsäuger (Wiesel, Hermelin, Mauswiesel, Igel) und Pflanzenarten gefördert werden. Zudem wird mit der Pflanzung von Hochstammbäumen eine Vernetzung zwischen dem Wald Buechholz und den Obstgärten in Bantigen angestrebt. Das Areal bietet optimale Möglichkeiten, um die Biodiversität im Gelände zu erhöhen und landschaftlich reizvolle Strukturen zu schaffen.

Für den 21. März war der erste grosse Freiwilligeneinsatz von NUBIS-Mitgliedern und der lokalen Jägerschaft vorgesehen. Doch wegen der eben erst ausgebrochenen Corona-Krise durften die 25 angemeldeten Helferinnen und Helfer nicht eingesetzt werden. Dadurch waren die Grundeigentümer gezwungen, die 14 Hochstamm-Obstbäume und zahlreiche Wildrosensträucher im Alleingang einzupflanzen. Nur auf diese Weise konnten beide Ziele erreicht werden: Die Hilfswilligen gingen kein gesundheitliches Risiko ein und die Bäume der wertvollen ProSpecieRara-Sorten wie auch die seltenen Speierlinge durften trotzdem überleben.

Georg Ledergerber und Thomas Wullschleger, Bolligen

Zusätzliche Informationen zur Landschaftsaufwertung Buechacher in Bantigen finden Sie in der Rubrik „Projekte“.


Frösche, Kröten und Molche sind wieder unterwegs - März 2020

Foto Ursula Joss.
Foto Ursula Joss.

Von Ende Februar bis im März wandern verschiedene Amphibien von ihrem Winterquartier (meist im Wald) zu ihrem Laichplatz am Wasser.

Von einer Gruppe von insgesamt achtzehn Personen aus Ittigen, Bolligen und Worblaufen begaben sich Anfang März jeden Abend eine bis zwei Personen auf die Runde im Schermenquartier in Ittigen, um die verschiedenen Amphibien zu retten. Ab Mitte März war gemäss Erlass des Bundesrates immer nur eine Person unterwegs (oder wenn zwei Personen, dann aus dem gleichen Haushalt). Die Tiere wurden von der Strasse aufgelesen und in einem Kessel mit wenig Wasser zum Biotop gebracht.

In diesem Gebiet wandern Erdkröten, Grasfrösche und Bergmolche. Sogar ein Fadenmolch wurde schon „gerettet“. Zwischendurch begegnet man auch einem Igel auf seinem Abendspaziergang durchs Quartier.

Madeleine Aeschimann Hitz, Ittigen


Wir bauen 26 Nistkästen für Vögel, 22. Februar 2020

Das stolze Ergebnis: 16 fertiggestellte Nistkästen für Mauersegler (links) und 10 Nistkästen für Halbhöhlenbrüter. Foto Thomas Wullschleger
Das stolze Ergebnis: 16 fertiggestellte Nistkästen für Mauersegler (links) und 10 Nistkästen für Halbhöhlenbrüter. Foto Thomas Wullschleger

Die optimale Zahl von 6 Vereinsmitgliedern folgte dem Aufruf der Arbeitsgruppe Vogelschutz, um in der Zimmerei Markus Walther in Habstetten einen Vormittag lang Nistkästen für Mauersegler und Halbhöhlenbrüter zusammenzubauen. Dank der tollen und präzisen Vorarbeit von Thomas Wullschleger und Michael Kipfer in Sachen Holzzuschnitt ging es gleich zügig zur Sache. Unter kundiger Anleitung von Michael lernten wir schnell mal das Abfasen oder Abschleifen des rohen zu verbauenden Kiefernholzes. Dieses stammt aus dem Wald von Kathrin Wullschleger-Reinhard oberhalb von Bantigen. In 2er-Teams montierten wir zuerst je 8 Nistkästen für Mauersegler mit frontalem oder seitlichem Anflugloch. Wir bauten zudem ein Hindernis ein, damit sich keine anderen Vögel einnisten können. Jedes Team hatte da etwas zu knobeln, damit die Einzelteile auch wirklich zueinander passten. Die eingelegte Znünipause nutzten wir, um uns gegenseitig etwas auszutauschen. Danach gelang es uns noch vor der Mittagszeit, auch die 10 Nistkästen für Halbhöhlenbrüter zusammenzubauen. Rund 400 Spezialschrauben vom Typ EASYtop 4,0 x 60/36 wurden für die insgesamt 26 hergestellten Nistkästen verbraucht. An dieser Stelle sei Markus Walther für die zur Verfügung gestellte moderne Zimmereiwerkstätte herzlich gedankt wie auch dem Verein NUBIS für das offerierte Znüni im nahen Restaurant Linde. Für mich war es ein sehr lehrreicher Vormittag.

Robert Etter, Ittigen


4. Hauptversammlung vom 20. Februar 2020

37 Vereinsmitglieder und zwei Gäste nahmen an der 4. Hauptversammlung im Restaurant ChäppuTräff in Ittigen teil. Die bilderreich präsentierten Jahresberichte des Präsidenten und der 6 Arbeitsgruppen für Vogelschutz, Lebensräume, Heckenpflege, Umwelt & Konsum, Botanik sowie Naturerlebnisse für Kinder wurden mit regem Interesse zur Kenntnis genommen und fanden einmütige Zustimmung. Präsident Georg Ledergerber und die 6 weiteren Vorstandsmitglieder Madeleine Aeschimann Hitz, Françoise Alsaker, Ronald Graber, Rainer Nowacki, Lotti Stiller und Thomas Wullschläger sowie die Revisorin Heidi Reist wurden für eine weitere Amtsperiode bestätigt. Das Tätigkeitsprogramm von März bis August 2020 umfasst 11 Veranstaltungen – eine bunte Mischung von Vorträgen, Spaziergängen, Exkursionen, Kursangeboten, Freiwilligeneinsätzen, Infoständen und einem Brätliabend. Als 200. eingetretenes Vereinsmitglied konnte Nicola Pfarrer aus Stettlen geehrt werden. Am 31. Dezember 2019 zählte NUBIS 191 Mitglieder (+ 29 Personen): 101 aus Bolligen, 29 aus Ittigen, 36 aus Stettlen und 25 aus anderen Orten. 


Naturfoto- und Filmabend: eigene Naturerlebnisse, eingefangen mit der Kamera, 15. Januar 2020

Dieser Schwalbenschwanz besuchte den Balkon eines NUBIS-Mitglieds. Foto Heidi Reist
Dieser Schwalbenschwanz besuchte den Balkon eines NUBIS-Mitglieds. Foto Heidi Reist

Organisator Adrian Schmid konnte wieder eine stattliche Anzahl Autorinnen und Autoren für diesen Abend gewinnen. Es zeigte sich, dass es immer wieder viel Unbekanntes in unserer Umgebung zu entdecken gibt.

Georg Ledergerber präsentierte Landschaftsaufnahmen von Walter Bienz, der während 50 Jahren zwischen 1950 und 2000 viel Vergangenes aus Bolligen dokumentiert hat. Der Förster Andreas Grau erzählte von verschiedenen Waldbewirtschaftungsarten, die ökologisch unterschiedlich wertvoll sind. Der Galmwald östlich von Salvenach FR mit seinen bis zu 300-jährigen Eichen stach dabei besonders positiv hervor.

Françoise Alsaker zeigte eindrücklich, warum fast nur die spezielle Eisenhut-Hummel in der Lage ist, an den Nektar der Eisenhutblüte zu kommen. Dabei bedingen sich die beiden Arten gegenseitig. Anekdoten aus der Vogelwelt erzählte David Marques. Der Überraschungsgast vermag zahlreiche Vogelstimmen originalgetreu nachzuahmen. So liess er uns den Sumpfrohrsänger erleben, der als Zugvogel 76 Vogelarten aus Europa und Afrika zu imitieren versteht. Er ermunterte uns, in nächster Zeit das Erwachen des morgendlichen Vogelgezwitschers aufmerksam zu verfolgen.

Es war wiederum ein gelungener Anlass. Mit der Hoffnung auf mehr im nächsten Jahr

Beat Hofer, Bolligen