Berichte über unsere Aktivitäten in 2024

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Kurs "Biodiversität im Hausgarten – Theorie und Praxis", 16. Mai und 15. Juni 2024

Vor 12 Jahren wurde dieser Naturgarten in Koppigen angelegt. Heute ist er zu einem Hotspot der Artenvielfalt geworden (vorne Alant und Johanniskraut). Foto Georg Ledergerber
Vor 12 Jahren wurde dieser Naturgarten in Koppigen angelegt. Heute ist er zu einem Hotspot der Artenvielfalt geworden (vorne Alant und Johanniskraut). Foto Georg Ledergerber

An diesem zweiteiligen Kurs gab Naturgartenbauer Martin Schnyder aus Ersigen handfeste Tipps, wie sich der Hausgarten oder die Balkonrabatte artenreicher und wildtierfreundlicher gestalten lässt. So können wir die Biodiversität stärken und das Insektensterben stoppen.

Für naturnahe Lebensräume gelten drei Tabus: keine exotischen Zierpflanzen (oder dann nur als Ausnahme), keine Gifte, keine übertriebene Ordnung. Aber erst die folgende Grundhaltung ermöglicht mehr Natur im Garten:

  •  Lenken statt bekämpfen, begleiten statt eingreifen, die Natur möglichst wirken lassen, die Ordnung im Garten lockern, Unordnung zulassen
  • Die Nutzung des Gartens überdenken und mutig Pflegegewohnheiten ändern, möglichst wenig Ressourcen einsetzen
  • Es gibt nur Beikräuter, kein lästiges Unkraut (ausser vielleicht Winden und Berufkraut).

 

Wildbienen, Schmetterlinge, Libellen und Käfer freuen sich auf folgende Angebote, auf die Insekten angewiesen sind:

  • Wir verbessern das Blütenangebot von früh bis spät im Jahr
  • Wir ersetzen den kurz geschnittenen Rasen (teilweise) durch einen Blumenrasen oder eine Wildblumenwiese
  • Wir bauen Totholz, Ast- und Steinhaufen ein
  • Wir bieten Insektenhäuser, trockene Sand- und Kiesflächen sowie Tränken an
  • Wir hängen Nistkästen für Vögel und Fledermäuse auf
  • Wir erstellen eine Trockenmauer 
  • Wir ersetzen den Zaun durch eine Wildhecke
  • Wir legen einen Gartenteich oder einen kleinen Tümpel an
  • Wir pflanzen im Gemüsegarten Mischkulturen in torffreier Erde und düngen mit Kompost und allenfalls mit Effektiven Mikroorganismen (EM).

Mit all diesen Massnahmen vergrössern wir die Artenvielfalt. Die Freude an der Natur vor der Haustür wächst, wenn die Wildtiere wieder eine Heimat finden. So schaffen wir auch ein Biotop für die Seele, wie wir es an einem Beispiel in Koppigen miterleben durften.

Georg Ledergerber, Bolligen

Für Kinder: "Lasst uns zusammen den Bach erforschen!", 8. Juni 2024

Unerwarteter Besuch am Lötschenbach
Unerwarteter Besuch am Lötschenbach

Gut ausgerüstet mit Regenkleidern und Gummistiefeln trafen 7 expeditionsfreudige Kinder am Lötschenbach ein.

Unter fachkundiger Anleitung von Paul und Dorothee Hügli entdeckten sie viele kleine Wasserbewohner und konnten mit der Lupe Bachflohkrebse, Rollegel und Eintagsfliegenlarven beobachten.

Nach dem schmackhaften Zvieri gab es unerwarteten Besuch von einem Landtier: Ein Rehbock überquerte den Bach in nächster Nähe.

Anschliessend durften die Kinder Bilder von Bachbewohnern ausschneiden und in ein Heft einkleben. Dieses Erinnerungsstück durften sie mit nach Hause nehmen.

Alle Kinder waren am Ende des Nachmittags ziemlich nass, jedoch nicht aufgrund des angekündigten Regenwetters. Die paar Sonnenstrahlen liessen sogar fröhliches Planschen im Bach zu.

Text und Foto Karin Flüeli, Ittigen


Vogelexkursion am Nordostende des Neuenburgersees, 3. Mai 2024

 Der Neuntöter. Foto  Daniel Grlj
Der Neuntöter. Foto Daniel Grlj

Es war wieder soweit: NUBIS lud zu einer Vogelbeobachtungsexkursion am Nordostufer des Neuenburgersees im Naturschutzgebiet Fanel / Chablais de Cudrefin ein.

Voller Vorfreude starteten 10 Teilnehmer vor dem Birdlife-Center  in Begleitung der erfahrenen NUBIS-Ornithologen Rainer Nowacki und Ronald Graber. Der Weg führte entlang des Broye-Kanals zur sogenannten Gamshoger, einer geschützten Aussichtsplattform. Das Wetter zeigte sich nicht von der besten Seite, aber zumindest regnete und windete es nicht. Rainer und Ronald wiesen uns unterwegs immer wieder auf Vogelstimmen hin, darunter die der Gartengrasmücke, des Girlitz und des Grünfinks. Mit ihrem umfangreichen Wissen über Ornithologie überraschten sie uns immer wieder mit interessanten Informationen.

Zuerst wurden wir von Graugänsen und einigen Höckerschwänen begrüsst, die dann kurz darauf von zahlreich erscheinenden Kormoranen abgelöst wurden. Auf dem Aussichtspunkt angekommen, kamen dann die Spektive und Ferngläser zum Einsatz. Die Beobachtung der beiden Inseln war besonders interessant, und siehe da: Ein Steinwälzer, einige Sanderlinge und ein Rotschenkel waren zu sehen. Kurze Zeit später flog majestätisch ein Silberreiher ganz nah am Turm vorbei.

Leider blieb nicht viel Zeit, denn wir wollten noch den Berner-Turm besuchen. Auf dem Weg dorthin zeigte sich stolz ein Schwarzkehlchen. Der schöne Gesang der Nachtigall begleitete uns ständig. Der Ruf des Kuckucks - und oh wie schön auch der des Pirols - durfte nicht fehlen. Kaum angekommen, machte uns Ronald auf den Fischadler aufmerksam, der von weitem zu bewundern war. Die ansässigen Lachmöwen und Flussseeschwalben erzeugten ein einzigartiges Vogelkonzert. Diverse Entenarten waren vom Turm aus gut zu beobachten. Auf dem Rückweg zum Center entdeckten wir ziemlich nah noch ein Neuntöter-Männchen. Leider verging der Vormittag viel zu schnell. In der kurzen Zeit sahen oder hörten wir etwa 55 Vögel. Mit vielen schönen Eindrücken endete so der Vormittag. Mir wurde dabei wieder mal bewusst, wie wertvoll solche Landschaften für Flora und Fauna sind. Die Schweiz ist für Zugvögel aller Art sehr wichtig, und daher sollten solche Landschaften erhalten oder sogar erweitert werden. Besuchen Sie https://grande-caricaie.ch/de/startseite, um mehr zu erfahren.

Daniel Grlj, Bern


NUBIS am Bolliger Frühlingsmärit, 1. Mai 2024

Thomas Wullschleger und Roby Etter am Stand, 2024. Foto F. Alsaker
Thomas Wullschleger und Roby Etter am Stand, 2024. Foto F. Alsaker

Infostand am Bolliger Frühlingsmärit «Biodiversität im Garten»

 

Am traditionellen Frühlingsmärit in Bolligen fanden Natur- und Gartenfreunde ein breites Angebot an biologisch aufgezogenen einheimischen Wildblumen, Kräutern sowie Heil- und Duftpflanzen. 

NUBIS gab Tipps, wie man die Biodiversität im Garten oder auf dem Balkon reichhaltiger gestalten kann. So fühlen sich Schmetterlinge, Wildbienen und Vögel im Garten wohl. Im Weiteren gab es an unserem Stand hilfreiche Informationen, wie man Energie im Alltag sparen und wirkungsvoller nutzen kann. 


Dokumentarfilm: Bahnhof der Schmetterlinge mit dem Filmautor Martin Schilt, 17. April 2024

Trotz Hudelwetter fanden sich gut 50 Interessierte in der Kirche Stettlen ein, um den Dokumentarfilm von Daniel Ballmer und Martin Schilt "Bahnhof der Schmetterlinge" anzusehen. Die Kirchgemeinde stellte den Raum gratis zur Verfügung. Ausserdem übernahm Pfarrer Luc Hintze als Operateur die Vorführung des Films.

Die heutige Situation im ehemaligen Badischen Güterbahnhof in Basel, welcher seit vierzig Jahren brach liegt, wird eindrücklich geschildert. Die Fakten zum Erhalt des Biotops für Flora und Fauna und zur Planung eines Container-Terminals wurden neben einander gestellt. Die Sichtweisen beinhalten sowohl den Naturschutz, die Biodiversität und den Klimaschutz. Letzterer wird vorallem im Zusammenhang mit dem derzeitigen Gütertransport und demjenigen in Zukunft diskutiert. Man stellt sich die Frage, was gewichtet mehr, das Leben des seltenen Schmetterlings und dessen Umgebung oder unser Bedürfnis nach noch mehr Gütern.

Die anschliessende Diskussionsrunde wurde umsichtig vom Filmautor Martin Schilt geleitet und sehr geschätzt, als zusätzliche Qualität des Filmabends.

 

Rainer Nowacki, Stettlen    

 



Heckenpflege zusammen mit dem Verein VeNatur,  16.März 2024

Ein Hohlknolliger Lerchensporn zeigt hier die Bedeutung von Hecken für die Biodiversität. Foto Françoise Alsaker
Ein Hohlknolliger Lerchensporn zeigt hier die Bedeutung von Hecken für die Biodiversität. Foto Françoise Alsaker

Ein  gutes Dutzend Freiwillige trafen sich auf dem Aeschi am oberen Dorfrand von Boll, um eine rund 200 Meter lange Hecke fachgerecht zu pflegen, die vor etwa 10 Jahren angelegt wurde. Die beiden in den jeweiligen Gemeinden aktiven Vereine, NUBIS und VeNatur, nahmen sich der Aufgabe gemeinsam an und unterstützten die Heckenbesitzer. 

 

Den vollständigen Bericht zur gemeinsamen Heckenpflege findest du auf der Website von VeNatur HIER

 


8. NUBIS-Hauptversammlung, 29. Februar 2024

Hauptversammlung mit anschliessendem kleinen Imbiss und Umtrunk.

 Das Protokoll finden Sie HIER


Die ARA Worblental mit neuem Wärmeverbund - warum dies auch die Fische freut. 21. Februar 2024

Worblental Luftbild. Foto Sebastian Wälti, aarelauf.ch
Worblental Luftbild. Foto Sebastian Wälti, aarelauf.ch

Am Mittwochabend trafen sich rund 30 interessierte Personen aus Ittigen, Bolligen und Stettlen auf dem Gelände der Kläranlage des Worblentals an der Aare. Der Auftakt des Abends machte Gemeinderät*in Catherine Meyer mit einigen Ausführungen zur strategischen Wichtigkeit von ARAs für Mensch und Natur. Im Anschluss informierte Christoph Streun, Geschäftsführer der ARA, zu den wichtigsten Reinigungsschritten der Kläranlage sowie zu relevanten Projekten, wie bspw. der Wärmezentrale und dem geplanten Bau eines zusätzlichen Reinigungsschritts zur Entfernung der Mikroverunreinigungen (Spurenstoffe, wie bspw. Medikamentenrückstände).

Im Anschluss führte der Projektmanager Wärme der EBL, Markus Vögele, gemeinsam mit zwei weiteren Mitarbeitenden, durch die neue Heizzentrale. Die Heizzentrale nutzt die Wärme des Abwassers und die Abwärme der Blockheizkraftwerke und kann rund 2‘500 Einfamilienhäuser mit Wärme versorgen und so ungefähr 8’000 Tonnen CO2 einsparen. Das Blockheizkraftwerk und die PV (Photovoltaik) Anlage erzeugt zudem den Strom und Notstrom zum Betrieb der Anlage und speist den überschüssigen Strom ins Netz ein. 

Zum Schluss erhielten die Anwesenden von der ARA Worblental einige Give-aways, wie bspw. eine „Aareseife“ aus Inhaltsstoffen, die in der Kläranlage problemlos abgebaut werden können und somit für die Natur unbedenklich sind.

Catherine Meyer, Bolligen

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ARA Heizzentrale Schema.pdf
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5. NUBIS Foto- und Filmabend am 30. Januar 2024

Adulter Buntspecht mit seinem Nachwuchs. Foto: Adrian Schmid
Adulter Buntspecht mit seinem Nachwuchs. Foto: Adrian Schmid

Adrian Schmid durfte als Organisator zahlreiche Gäste begrüssen und führte souverän durch den Abend im Saal des Restaurant Linde in Habstetten.

 

Zu Beginn zeigte Hanspeter Krummen seine Bilder von den Neuntötern, die er minutiös von der Ankunft im Frühling bis zu ihrem Rückflug nach Afrika beobachtet hat. Der Neuntöter, ein Würger trägt seinen Namen zurecht. Er legt Vorräte zur Fütterung seiner Jungen und des Weibchens im Voraus bereit, indem er Grossinsekten und Kleinsäuger auf Dornen aufspiesst.

Anschliessend berichtete Andreas Grau von seinem Projekt: «Markante Bäume in und um Bern». In Kürze wird ein Verein gegründet, der zum Ziel hat, besondere Bäume aktiv zu schützen. Ein Teil der Präsentation ist unten als PDF herunterzuladen.

Danach projizierte Françoise Alsaker Bilder vom Roten Fingerhut (Digitalis purpurea). Bei einer grösseren Ansammlung von roten, weissen und rosa Blüten stiess sie auf das seltene Phänomen der Verbänderung (die nach einer Störung auftritt). Im weiteren gelang ihr ein Bild vom Aurorafalter auf einer Blüte des Knoblauchhederichs. Dieser Falter klebt nämlich sehr gerne seine Eier an die Stängel dieser Pflanze .

Nach der Pause entführte uns Adrian Schmid ins Reich der Heuschrecken und anderer Schrecken. Die wunderbaren Nahaufnahmen eröffneten uns eine neue Welt verschiedenster Arten, Farben und Formen. Die harmlos scheinende Gottesanbeterin, ist fähig mit ihren langen Fangbeinen blitzartig ihre Beute einzufangen.

Zum Schluss steckte uns Marianne Bürki mit ihrer Faszination für Luchse an (hier zu ihrer Website). Sie stellt in den Wäldern um Bern und im Jura Wildkameras auf, welche das Leben der Wildkatzen nachts filmen. Dass der Luchs auch in unseren Wäldern präsent ist, war für mich neu.

Herzlichen Dank für den lehrreichen, informativen Abend!

Hans Jaquemet, Stettlen

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Andreas Grau Markante Bäume_redigiert.p
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