Aktueller Stand des Verlegungsprojekts

Die Gemeinde Bolligen liess am 20. September 2017 dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) ihre Vernehmlassungsantwort zum generellen Autobahnprojekt zukommen. Darin wünschte die Gemeinde zur erforderlichen Verlegung des Bottisgrab ein Mitspracherecht. Sie stützte dabei die Eingabe der Interessengemeinschaft (IG) Bottisgrab. 

Am 30. Oktober 2018 lud das ASTRA zu einer ersten Koordinationssitzung zum Verlegungsprojekt ein. Dabei wurde entschieden, dass 1. die Verlegung des Bottisgrab zeitlich vorgezogen werden kann, 2. das ASTRA die Finanzierung übernimmt und 3. das Projekt von der Gemeinde Bolligen mit Unterstützung der kantonalen Fachstellen (Archäologischer Dienst, Abteilung Naturförderung) und der IG Bottisgrab geplant und realisiert wird. Zum Projekt gehören: Festlegung des neuen Standorts, Verhandlungen und Abschluss des Dienstbarkeitsvertrags mit dem Grundeigentümer, Transport der Findlinge, Platzierung inkl. sichere Montage am neuen Standort sowie Platzgestaltung mit Infostele. 

Im Januar 2019 übernahm die Standortgemeinde Bolligen von der IG Bottisgrab den Lead für die Verlegung. Am 26. August 2019 entschied der Bolliger Gemeinderat, die beiden Menhire im abgelegenen Waldareal “Burg“ in der Nähe des Findlings „Dracheschnure“ zu platzieren. Das Vorgehen und die Finanzierung wurden in einer Vereinbarung zwischen dem ASTRA und der Gemeinde Bolligen geregelt. Auch wurde eine Nutzungsvereinbarung mit dem Forstbetrieb der Burgergemeinde Bern, der Grundeigentümerin, abgeschlossen. Die Krux bei dieser Lösung: Der vorgesehene Standort liegt in der Nähe des Wildschutzgebietes mit der Wildtierbrücke über die Autobahn, so dass für dieses Areal gemäss Waldgesetzgebung die Lebensraumfunktion mit dem Schutz der Wildtiere im Vordergrund steht. Dies lässt keine zusätzlichen Störungen zu. Deshalb will das ASTRA in seinem Baugesuch (vom Regierungsstatthalteramt am 12. Januar 2022 publiziert) auf Informationsmassnahmen für die Öffentlichkeit wie etwa eine Infotafel verzichten. 

Daraufhin gingen drei Einsprachen ein: von Pro Natura Bern-Mittelland, der SP Bolligen und von Grossrat Bruno Vanoni aus Zollikofen (siehe PDFs); dazu gab es Nachforderungen bei den Fachberichten der Abteilung Wald-Mittelland und des Jagdinspektorats sowie eine Ergänzung im Fachbericht des Archäologischen Dienstes. Dieser hält nun fest: Um den öffentlichen Interessen an den Objekten Rechnung zu tragen sowie die Versetzung der beiden Steine rechtfertigen zu können, ist die Wiederaufrichtung an einem öffentlich zugänglichen Standort und mit einer Information versehen notwendig. 

 

NUBIS tritt für eine Neubeurteilung ein

NUBIS hält die vorgesehene versteckte Platzierung der beiden Menhire mit Steuergeldern für verfehlt. Weil der Standort zudem für die Bevölkerung schwer zugänglich ist und die Tierwelt stören kann, sollen weitere Verlegungsplätze evaluiert werden. So ist insbesondere der Waldrand nordwestlich der Autobahnraststätte Grauholz, dessen Umgebung die Bezeichnung „Bottisacher“ trägt, zu prüfen. An diesem gut erreichbaren und aussichtsreichen Standort hat der Wald Erholungsfunktion. Einrichtungen für interessierte Besucherinnen und Besucher dieser Monumente sind deshalb möglich und teilweise schon vorhanden. Und was vor allem bedeutsam ist: Hier kämen auch die astronomische Bedeutung der beiden Menhire für die Winter- und Sommersonnenwende und die wichtige archäologische Wissensvermittlung zur Geltung.


Die Einsprache der SP Bolligen finden Sie HIER


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